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    Ich denke, es wird langsam Zeit, mal Stellung zum Thema AI zu beziehen. Wie stehe ich dazu? Nutze ich AI? Wie nutze ich AI? Wohin wird die Reise gehen? Nutzt der Troll AI für den Blog? Ja. Als Werkzeug. Meine ganzen englischsprachigen Beiträge und Dateien lasse ich von DeepL übersetzen. Natürlich könnte ich das mit meinen Englischkenntnissen auch selbst versuchen, das würde aber, je nach Umfang des Materials, 2-3 Tage dauern. Die Zeit nutze ich lieber, mich schon ins nächste Thema e

Die Gretchenfrage – Sag, wie hälts Du es mit der AI

08. Juni 2026 um 05:00

Ich denke, es wird langsam Zeit, mal Stellung zum Thema AI zu beziehen. Wie stehe ich dazu? Nutze ich AI? Wie nutze ich AI? Wohin wird die Reise gehen?

Nutzt der Troll AI für den Blog?

Ja. Als Werkzeug.

Meine ganzen englischsprachigen Beiträge und Dateien lasse ich von DeepL übersetzen. Natürlich könnte ich das mit meinen Englischkenntnissen auch selbst versuchen, das würde aber, je nach Umfang des Materials, 2-3 Tage dauern. Die Zeit nutze ich lieber, mich schon ins nächste Thema einzuarbeiten. Auch könnte ich eine menschliche Übersetzerin bezahlen, doch ich will ja kein Geld mit meinem Zeug verdienen und möglichst auch nicht ein Vermögen (jenseits der Regelbücher und Abenteuer) ins Hobby stecken.

Seit etwa Januar jage ich jeden Beitrag, den ich hier veröffentliche, durch den Copiloten. Ich möchte wissen, welche Sprachlichen Mittel ich nutze, wo ich etwas unklar formuliert habe, ob ich meine Zielgruppe erreiche (und was meine Zielgruppe sein könnte), wo meine Stärken und Schwächen sind und ob der Troll-Touch, meine persönliche Note, durchscheint. Ich bin eigentlich ein getarnter Hauptschüler, zu meinem Abitur kam ich über den beruflichen Bildungsweg, was heißt, ich habe, vor allem in Deutsch, so meine Schwächen. Nomen hat man mir unter dem Begriff Hauptwörter beigebracht, der Dativ ist für mich der WEN-Fall, Sprachanalyse für mich ein Graus und von Gedichtinterpretation brachen wir gar nicht erst zu reden (richtig gut war ich immer im Argumentieren und Schachtelsätze schreiben, letzteres versuche ich, soweit es, unter den gegebenen Umständen, geht, seit meiner Zusatzqualifikation Sonderpädagogik, zu vermeiden). Wenn ich hier also AI einsetze, dann als Werkzeug, um nochmal von einer Metaebene auf meinen Blogbeitrag zu schauen. Nein, solche Sachen wie Metaphern im Text oder bestimmte Tonalitäten plane ich nicht beim Schreiben, das geschieht bei mir intuitiv. Ich könnte auch die Dinger nicht in meinen Texten benennen, abgesehen davon, dass ich da betriebsblind werde, wenn ich meine eigenen Texte durcharbeiten müsste. Hier ist die AI tatsächlich ein Werkzeug, dass mir bei meiner Weiterentwicklung hilft.  Was ich aber nicht in meine Texte einbaue sind die Vorschläge zur Textoptimierung, die mir die AI immer macht. Mein Text ist mein Text und der ist perfekt, so wie er ist. Ich möchte nur wissen, wie er ist.

Ich habe in einem Produkt auch AI-generiete Grafiken eingebaut. In 400 rühige Jahre in unserem Kloster sind Icons drin, die mit AI erstellt wurden. Die Icons waren eine Idee unseres Schulpfarrers, dem ich das Rollenspiel zugesendet habe und der meinte, mit denen könne man sich besser orientieren. Ich hätte die auch selber machen können (was Zeit gefressen hätte) oder jemanden beauftragen (was Geld gekostet hätte), aber das stand imho nicht im Verhältnis zu dem, was die Icons im spiel bieten sollen (zumal die nur an wenigen Stellen auftauchen). Auch plane ich manche Bilder, die ich so zeichne, mit AI vor. Das Titelbild zur Beutelschneider-Anthologie war beispielsweise ein Produkt eines dreiteiligen Entstehungsprozesses. Schritt 1 war tatsächlich ein AI-Bild, bei dem es mir vor allem erst mal um die grobe Komposition des Bildes ging. Schritt 2 war dann, dieses Bild nachzuzeichnen und zu kolorieren, in Schritt 3 habe ich dass Bild nochmals gezeichnet und den unteren Teil verändert. Statt einer mittelalterlichen Straße voll Tavernen sieht man jetzt eine Raumstation mit einem Schleim-Alien.

Wie ein gutes Werkzeug von Zeit zu Zeit überprüft werden muss, ob es noch funktioniert oder ob es mittlerweile besseres gibt, so nutze ich AI auch zum spielen und lass mir von Zeit zu Zeit mal Abenteuer oder Räume erstellen, nur um die dann mit meiner Arbeit zu vergleichen oder besser nachzubauen. Der Bereich ist tatsächlich das, was mich bisher am meisten an der AI enttäuscht hat. Sie mag zwar genial im analysieren von Texten sein und auch einigermaßen sinnvolle Texte erstellen, doch sobald es in die Tiefe geht oder Fantasie und Kreativität gefordert sind, beißt es aus. Die Ergebnisse solcher Tests veröffentliche ich hier auf meinen Blog, doch AI-Abenteuer werden nicht in meinem Downloadbereich auftauchen.

Wozu werde ich AI nicht nutzen?

Womit ich schon bei der Frage bin, was ich sicher nicht mit der AI machen werde. Ich werde keine Abenteuer per AI schreiben lassen. Alle Abenteuer, Artefakte oder Ideen entstammen meinem Hirn, meiner Inspiration, meiner Kreativität. Imho wird darin immer der Mensch die Maschine schlagen, vor allem wenn die Maschine ein Large Language Model nutzt. Die Arbeiten ja mit tausenden ausgewerteten Datensätzen und der Wahrscheinlichkeit, dass auf Wort A auch Wort B folgen wird. Sprich, per Definition wandelt so eine AI auf den ausgetretenen Pfaden der digitalen Fossilen vergangener menschlicher Kreativität. Neues, weardes, kreatives kann dabei nicht herauskommen.

Auch werdet ihr kein Rollenspiel-Produkt von mir bekommen, dass von AI gestreamlined wurde oder indem alle Rechtschreib- oder Grammatikfehler verschwunden sind.

Auch AI-Bilder wird es in meinen Publikationen nicht geben, zumindest keine frisch aus der Maschine. Wie oben beschrieben, mache ich da für Icons und Bilder, die von mir per Hand weiterbearbeitet wurden, eine Ausnahme. Menschliche Künstler sind mir aber wertvoller als AI jemals sein könnte. Ich nutze daher gemeinfreie Bilder oder Sachen, bei denen ich gefragt habe, ob ich sie verwenden kann oder, was man an der Qualität erkennen kann, meine eigenen Kritzeleien.

Was habe ich beim Einsatz der AI gelernt?

Wenn man mit Werkzeugen arbeitet, muss man auch lernen, welches Werkzeug für welches Problem geeignet ist. Will man eine Holzschraube in eine Latte bringen, kann man das mit dem Hammer machen, den Schraubendreher nutzen oder den Akkuschrauber einsetzten. Ans Ziel kommt man mit allen Methoden, mit dem Akkuschrauber geht es am leichtesten.

Für kreative, lustige, politische oder innovative Abenteuer ist das beste Werkzeug immer noch mein eigener Kopf (und die Sammlung an Rollenspielprodukten, Büchern und Filmen sowie Emotionen, die ich im Laufe meines Lebens konsumiert habe). Kein AI-Abenteuer konnte mich bisher überzeugen.

Was mir auch noch aufgefallen ist, ist, dass mein Copilot ein kleiner Jubelperser ist. Ok, für alle, die zu jung sind oder den Artikel später auf britisch English lesen (das richtige Englisch, nicht der komische Dialekt der glatthirnigen Bewohner einer ehemaligen Kolonie, die den schlechtesten Präsidenten der Welt ZWIMAL in Amt und… eigentlich Würden gewählt haben), sei der Begriff kurz erklärt, zumal er politisch wieder aktuell ist.

Am 2. Juni 1967 besuchte der Schah Reza Pahlevi zusammen mit seiner 3. Frau West-Berlin. Gegen diesen Beruf gab es einen riesigen Protest (nicht nur) von Studenten, da der Herrscher Persiens zunehmend autoritär regierte und Gegner foltern ließ. Es gab auch eine große Demo für den Schar, 150 Personen, die allesamt Geheimdienstmitarbeiter oder bezahlte Personen waren und dem Herrscher zujubelten. Jubelperser sind also bezahlte Claqueure, die einem Herrscher zujubeln.

Die Jubelperser sind dann im Anschluss gemeinsam mit der Polizei auf die Gegendemonstranten losgegangen, dabei starb Benno Ohnesorg durch die Kugel eines (von der Stasi als Informant geführten) Westberliner Polizisten, die Geburtsstunde der Deutschen Studentenbewegung der 68iger.

Nein, die AI ist noch nicht mit einem Totschläger auf mich losgegangen, sie jubelt mir aber fast schon unangenehm zu. Ich habe, im Rahmen eines Experiments, den Gleichen Text von einem mit anderen Texten trainierten Copiloten, von einem untrainierten ChatGPT und von Claude4.5 mit dem gleichen Prompt bewerten lassen. Lasst es mich so sagen… nicht gut fürs Ego. Was beim trainierten Copiloten 9,5 Punkte und der beste Blogbeitrag bisher war, bekam bei ChatGPT nur eine 7, bei Claude eine gute 8,5. Ich habe dann, weil mein Internet lagte, den gleichen Prompt in Claude mehrfach eingegeben und musste zuschauen, wie die Wertung langsam nach unten ging. 8,0, 7,5, 6,5… Jubelperser… die andere Seite der Geschichte.

Zudem ist mir aufgefallen, dass die AI fantasiert, sobald sie genügend Futter hat, von wo aus sie weiterschreiben kann. Das ist mir bei „In den Klauen des Dämons“ aufgefallen, den ich, weil die Datei so groß war, Absatz für Absatz in ChatGPT kopiert. Nun, einige Absätze habe ich nur zur Hälfte reinkopiert und erst nach der Übersetzung weitergemacht. Nach 4, 5 Absätzen, die ich so reinkopiert habe, erfand ChatGTP einfach die fehlenden Teile hinzu (in schlechterer Qualität, natürlich).

Was ist mein Fazit?

Ich verstehe die Sorgen von Kreativen, besonders von Künstlern und Schreibenden. AI hat da ganz viel ins Rutschen gebracht, vor allem im Bereich der Bilder. Jeder Honk kann nun ein Bild innerhalb von Minuten erstellen. AI-Fantasytexte schwemmen auf den Markt und selbst in unserer Nische des Rollenspiels gabs schon (wirklich üble) AI-Produkte.

Für mich persönlich ist AI ein Werkzeug, mit dem ich mich selbst hinterfragen kann und das ich hauptsächlich dazu nutze, meinen Content zu übersetzten, damit er einer breiteren Masse zugänglich ist. Den kreativen Teil meines Hobbys behalte ich mir und meiner Denkmurmel vor, da wird auch in Zukunft kein AI zum Einsatz kommen.

Für mich war wichtig, euch einen transparenten Blick hinter die Blogbeiträge und Produkte zu geben.

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  • Happy Pride Month: Von Dinos und Dandys
    Seit meinem Beitrag über die Dinos juckt es in meinen Fingern. Ich muss die Abenteuerideen ausgestalten! Für die Idee rund um dien Iguanodon im Christal Palace, der dann doch ein Drache ist, habe ich mir schon die NSCs erstellt, darunter auch einer, der wunderbar in den Pride Month passt: Der Dandy: William George Staunton  William George Staunton ist der etwas angegraute, einige Jahre jüngere Cousin des renommierten, viel bekannteren Politikers und Orientalisten Sir George Thomas Stau

Happy Pride Month: Von Dinos und Dandys

02. Juni 2026 um 07:15

Seit meinem Beitrag über die Dinos juckt es in meinen Fingern. Ich muss die Abenteuerideen ausgestalten! Für die Idee rund um dien Iguanodon im Christal Palace, der dann doch ein Drache ist, habe ich mir schon die NSCs erstellt, darunter auch einer, der wunderbar in den Pride Month passt:


Der Dandy: William George Staunton 

William George Staunton ist der etwas angegraute, einige Jahre jüngere Cousin des renommierten, viel bekannteren Politikers und Orientalisten Sir George Thomas Staunton, wie dieser – nicht zuletzt aufgrund dessen Einflusses –  Mitglied in der Society of Dilettanti (Gesellschaft der Dilettanten, einer exklusiven Tischgesellschaft von Sammlern, Gelehrten und Adeligen, welche Festlichkeiten mit einem liebhaberischen Studium der griechischen und römischen Antike verbindet) und frisch aus Hongkong zurückgekehrt. William ist ein Dandy wie er im Buche steht. Stets gut gekleidet, immer mit einem leichten Anflug von Ironie, mit einem profunden Wissen (er spricht, neben Latein und Deutsch auch Mandarin und Kantonesisch und ist Experte in der Geschichte des Römischen Reiches) und mit einem Charme, der auch noch mit Anfang 60 die Herzen der Damen zu schmelzen bringt, obwohl er, wie man in China sagt, eine Vorliebe für abgeschnittene Ärmel besitzt. Seit kurzem widmet er sich der Archäologie und dank der Vermittlung der Society und dem Einfluss seines Cousins darf er nun an dieser Rekonstruktion teilhaben. 

Den Iguanosaurier will er nach dem Vorbild eines chinesischen Drachen rekonstruieren, er ist felsenfest davon überzeugt, dass die langen, spitzen Knochen an die Daumen gehören (womit er recht hat) und dass der Iguanosaurier auf allen vieren lief (womit er falsch liegt). Zudem vermutet er, dass schon Kaiser Augustus ein solches Saurierskelett in seinem Palast hatte (was ungewiss ist).  Auf Beleidigungen und Ehrverletzungen reagiert der sonst gelassene, spöttische Dandy aber empfindlich, Stockdegen und Pistole weiß er, für einen Salonlöwen, überraschend gut zu führen. 

Passende Zitate: 

„Sie nennen es ein Tier – ich nenne es ein Überbleibsel einer Welt, die wir längst vergessen haben. Und wenn Sie mich fragen, dann waren unsere Vorfahren klüger, als wir heute glauben.“ 

„Ich habe lange genug unter Menschen gelebt, die sich ihrer Unwissenheit rühmen. Gestatten Sie mir, nicht zu ihnen zu gehören.“ 

„Ich muss gestehen, Sir, Ihre Gesellschaft ist von einer ausgesprochen seltenen Qualität – man begegnet ihr nicht oft genug, um je der Gewohnheit anheimzufallen.“ 

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  • Medienschau: Von Dracula und magischen Schwertern
    Ich hab mir wieder mal zwei Sachen reingezogen, von denen ich glaube, dass da einiges fürs Rollenspiel drinsteckt. Lasst uns gleich mal mit dem Fürst der Vampire, dem Pfähler höchstselbst beginnen. Achja, Spoiler voraus!  Dracula  Auf diese Serie (Achtung! Affinity Link) hat mich youtube shorts gebracht, weil ich da immer wieder eine Szene reingespielt bekam, die im 3. Teil dieser BBC-Serie von 2020 vorkam. Wobei das Wort Serie imho maßlos untertrieben ist, im Grunde sind es 3 vollwertige

Medienschau: Von Dracula und magischen Schwertern

02. Juni 2026 um 05:00

Ich hab mir wieder mal zwei Sachen reingezogen, von denen ich glaube, dass da einiges fürs Rollenspiel drinsteckt. Lasst uns gleich mal mit dem Fürst der Vampire, dem Pfähler höchstselbst beginnen. Achja, Spoiler voraus! 

Dracula 

Auf diese Serie (Achtung! Affinity Link) hat mich youtube shorts gebracht, weil ich da immer wieder eine Szene reingespielt bekam, die im 3. Teil dieser BBC-Serie von 2020 vorkam. Wobei das Wort Serie imho maßlos untertrieben ist, im Grunde sind es 3 vollwertige Spielfilme mit jeweils anderer Stimmung und Ausrichtung. 

Folge 1, The Rules of the Beast, ist die Folge, die sich am meisten Zeit lässt, ihre Geschichte zu erzählen. Jonathan Harker, körperlich und seelisch gebrochen von seiner Zeit bei Dracula, sitzt in einer Zelle des Budapester Marienklosters und wird von Agatha van Helsing und einer verkleideten Mina befragt. Langsam entspinnt sich dabei die Geschichte seiner Gefangenschaft beim Grafen, den Experimenten, die der Graf an seinen Bräuten durchführt und die Flucht Jonathans, der, wie sich im Gespräch herausstellt, eigentlich schon Tod ist und als Untoter vor dem Graf floh. Dracula taucht zum Ende hin selbst vor den Pforten des Klosters auf und das ist auch die Szene, die ich fürs Rollenspiel verwertbar finde. Vor dem Tor des Klosters tauchen Wölfe auf, während Fledermäuse im Inneren Panik verbreiten. Agatha und die Schwerster Oberin haben hinter dem Tor ihre Mitschwestern versammelt, jede mit einem Holzpflock ausgestattet. Da das Gittertor verschlossen ist, können die Wölfe, besonders das größte und mächtigste Exemplar, nicht hinein. Agathe erkennt darin Dracula und gebietet ihm, sich zu zeigen. Was folgt ist eine wirklich coole Wolf-zu-Mensch-Frequenz, die ich so schon lange nicht mehr in Werwolf-Filmen gesehen habe. Dracula bricht richtig aus dem Wolf heraus, er streift sich ihn ab, steht dann nackt vor den  Nonnen, droht, bittet, verführt auf Teufel komm raus und muss dann sichtlich frustriert abziehen, weil keine der Nonnen ihn hereinbittet, und ohne dieses Hereinbitten er draußen vor dem Tor warten muss, während Agathe ihn rhetorisch ordentlich kontra gibt. Natürlich schafft es Dracula dann doch irgendwann ins Kloster und richtet dort ein Blutbad an, vor dem nur Mina fliehen kann. 

Folge 2, Blood Vessel, startet in einem alten Gemäuer, in dem sich Agathe und Dracula darüber unterhalten, was nach der Kostergeschichte passiert ist. Die Unterhaltung findet im Kopf Agathes statt, die zu dieser Zeit krank und von den anderen Passagieren abgeschottet, in einer Kabine der Demeter liegt, während der Vampir 10 kleine Opferlein spielt. Fürs Rollenspiel nehme ich da zwei Sachen mit. Zum einen Dr. Sharma, einen indischen Arzt, der mit der gehörlosen Yamini auf den Weg nach London ist. Der Doktor hat selber schon Erfahrung mit Untoten, in einem Rückblick sieht man, wie er in Indien zusammen mit 2 Helfern ein Grab geplündert hat und den Sarg nun untersucht, wobei sich da der Untote, halb verweste Leichnam erhebt und die beiden Helfer niedermacht. Im Grunde ist der Arzt der perfekte Spielendencharater für CoC oder Vaesen. 

Das zweite ist eine Szene zum Ende hin, in der sich die letzten Überlebenden ums Steuerrad der Demeter versammeln und die nun wieder erwachte, aber noch ziemlich schwache Agathe einen Schutzkreis zieht, indem sie Bibelseiten an Deck nagelt. Den Schutzkreis fand ich genial. Genial war auch, dass der Schutzkreis immer mehr geschwächt wurde, weil Wind und Regen an den Blättern zerrten und sie zerrissen. 

Am Schluss wird die Demeter in die Luft gejagt und Agahte, der Kapitän und Dracula versinken vor der Küste Englands. 

Folge 3, The Dark Compass, spielt genau 123 Jahre später, im modernen England. Die Jonathan-Harker-Stiftung, gegründet von der damals entkommenen Mina und mit Dr. Zoe Helsing, einer Verwandten von Agatha als leitende Wissenschaftlerin, bergen Dracula und bringen ihn, nach ein paar Zwischenfällen, in ein Hochsicherheitslabor. Zoe wird dabei auch von Dracula gebissen, was den 500 Jahre alten Kriegsherren (das er in dieser Folge mindesten 3-mal betont), fast tötet, da Zoes Blut, als Krebspatientin im Endstadium, für ihn tödlich ist. Die Anwaltskanzlei Rennfield uolt ihn da raus, nachdem Zoe Dracula Blut abgenommen hat (was sie später trinken wird und so eine Verbindung zu Agathe herstellt), danach versuchen Zoe Heising und Jack Seward, der Verlobte von Lucy, den Grafen zu vernichten. Das Ende ist für meinen geschmack dann doch etwas zu melodramatisch: Der Graf muss erkenne, dass all seine Einschänkungen (Sonnenlicht, um Einlass bitten, Kreuz und Religion) nur ein Fetsch sind, er sieht dann zum ersten mal seit 500 Jahren den Sonnenaufgang und begeht Selbstmord, indem er das Blut der sterbenden Zoe trinkt. 

Fürs Rollenspiel nehme ich da eine Szene ganz am Anfang mit. Dracula ist seinen Verfolgern entkommen und in das Haus einer unbeteiligten, eher ärmlichen Familie geflüchtet. Den Ehemann hat er schon verschnabuliert, nun ist die Frau dran. Da hört er oben ein Geräusch. Er stürmt hinauf und sieht, wie einer seiner Verfolger durch das Fenster in den Sonnenaufgang springt, Am Boden hat er ein Handy zurückgelassen, das gerade zu bimmeln beginnt. Drakula geht ran und wird von Dr. Helsing angewiesen, in eine Zinnkiste unten im Erdgeschoss zu steigen. Dracula macht sich noch über die Wissenschaftlerin lustig und fragt, wie sie ihn wohl dazu zwingen will, da reißt ein Bagger von außen die halbe Wand weg. Cudos an Claes Bang, der den Vampir spielt. Ich habe selten einen Schauspieler gesehen, der ein unsterbliches, übermächtiges Wesen so glaubhaft am Rande einer Existenzkriese gespielt hat. Damit hat Dracula nicht gerechnet, der war eher auf eine ungleiche, direkte Konfrontation aus. Fürs Rollenspiel heißt das, dass die Charaktere auch mal gerne die Sonne und einstürzende Bauten nutzen können, vor allem in modernen Szenarien! Ich hab bisher noch keinen Vampirfilm gesehen, der das so eingesetzt hat. Normalerweise dirngen da immer Söldner in ein Gebäude ein und stellen sich mit Maschinenpistolen der Bedrohung (und werden niedergemacht). Dass das Gebäude optional ist… das ist erfrischend neu. 

Undnatürlich ist da die Szene, die ich eingangs schon genannt habe und die man sich am Besten selber anschauen sollte: 

Ich finde die Szene ist eine der witzigsten in der ganzen Serie. Das Monster schläht die Monsterjäger mit den Waffen der Zivilisation, die sie eigentlich repräsentieren sollen. Fürs Rollenspiel, vor allem denn, wenn Vampire in modernen Settings auftauchen, heißt dass, dass die immer einen Anwalt im Schlepptau haben und im Zweifel auch uralte Urkunden, Steuerbefreiungen usw., die überraschenderweise auch heute noch gültig sind und ihnen eine unglaubliche Macht verleihen. Frei nach Böhmermann: Du hast Weißdornpflock, ich hab Polizei, 3 Staranwälte und die Genehmigung von Kaiser Willhelm II, dich hier in meinen Privaträumen auszusaugen. 

The Magic Sword (1962) 

Zu diesem Film kam ich über ein Musikvideo. Gnome –Old Soul. Hier der Clip: 

Im Text unter dem Video stand, dass die Szenen, in denen sie Musiker reingeschnitten wurden, vom Film The Magic Sword stammen und dieser unter Public Domain wäre, also das Urheberrecht abgelaufen ist. 

Nun, schon allein der Musikclip sieht aus wie ein OSR-Abenteuer, wie wird dann der Film sein?  

Gut… der Film ist nicht gut gealtert, die Effekte, vor allem der echt schrottige Drache, können mit Filmen aus den 80gern nicht mithalten, und die waren schon teilweise echt übel. Auch gibt es den einen oder anderen Dialog, bei dem die Schauspieler sich gegenseitig ins Wort fallen oder die Bon Tempi Brüder, die als Siamesische Zwillige, Diener der Sybill, jede der 5 Sätze, die sie im Film sagen dürfen soooo unglaublich monoton rüberbringen, dass die die Füße einschlafen. 

Trotzdem, grade für OSR-Spieler hat dieser Film einige Ideen zu bieten. Zwei will ich herausgreifen. Zum Ersten das magische Schwert Ascalon. Wenn man damit auf verschlossene Türen oder Geheimwege im Felsen schlägt, offen sie sich, schlägt man erneut darauf, schließen sie sich. Also, wenn das kein richtig geniales Schwert für Abenteurer im Dungeon ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Ich würde es aber noch hell aufleuchten lassen, wenn geheime Wege oder Schätze in der Nähe sind. Für Rakszazar würde ich es so machen: 

Ascalon 

Ascalon ist ein altes Breitschwert aus geschwärztem Stahl. In seine Klinge sind silberne Runen eingelassen. Befinden sich Geheimgänge oder geheime Schätze in der Nähe, so leuchten die Runen auf, je heller, desto näher ist man der Geheimtür oder dem geheimen Schatz. Die Helligkeit variiert dabei zwischen Kerzenlicht (im selben Raum) bis zur Helligkeit der Sonne (die Spitze des Schwertes berührt die Geheimtür), was in einem dunklen Dungeon für Aufsehen sorgen kann. 

3x am Tag kann mit dem Schwert eine verschossene Tür oder ein Geheimgang oder ein Tunnel zu einem Gang oder Raum hinter einer Wand (maximal 3 Schritt weg) geöffnet werden, wenn das Schwert dagegen geschlagen wird. 

3x am Tag kann mit dem Schwert eine offene Tür oder ein Geheimgang oder ein Tunnel zu einem Gang oder Raum hinter einer Wand (maximal 3 Schritt weg) verschlossen werden, wenn das Schwert dagegen geschlagen wird. 

TP 1W+3, Gewicht 90 Unzen, AT/PA Modifikationen 0/-2, BF 2, Wert 3000 TE 

Das zweite Artefakt aus dem Film, dass ich gerne fürs Rollenspiel übernehmen möchte, sind die 7 Ritter, die dort unten als Statuen warten und durch das Schwert zum Leben erweckt werden. Im Film sind das Sir Dennis aus Frankreich, Sir Pedro aus Spanien, Sir Patrick von Irland, Sir Anthony von Italien, Sir James aus Schottland und Sir Ulrich von Deutschland. Alle Ritter sind gleich gerüstet: Kettenhemd, Helm, Großschild, Schwert und gegen, zugegebenermaßen, schnell drauf. Trotzdem: Ich könnte mir ein Artefakt vorstellen, dass, wenn man die richtigen magischen Worte ausspricht, 7 Mietlinge erschafft. In OSR-Spielen, in der Tiefe eines Dungeons, gegen den Endboss sicher von unschätzbarem Wert. Ich würde das für Rakshazar wie folgt umsetzen: 

Statuetten der Gefolgschaf

7 Statuetten von 1 Spann Größe, aus rotem, magnetischem Speckstein geschnitzt. Auf dem Boden der Statuen ist der Name der dargestellten Person geritzt sowie das Wort “Erwache” in Gmer. Die Statuen stellen Orks, Menschen und Steinechsen mit verschiedener Ausrüstung dar. Wird der Name und das Zauberwort “Erwache” genannt, verwandeln sich die Statue in die entsprechende Person, die dann loyal zu den Spielendencharakteren ist. Sollten er Name der Person und “Schlafe” gesprochen werden, so verwandeln sich die Gefolgsleute wieder in Statuen. 

Werte der Gefolgsleute: 

Mu: 3W6, KL: 2W6, GE: 3W6, CH: 1W6+7, ST: 2W6+7, LE: 30+1W6 

Rüstung (1W6): 1) Anugurainische Lederrüstung und Kriegsmaske (RS/ GS-Malus 4/1) , 2) Kettenhemd (RS/ GS-Malus 4/1), 3) Lendenschurz und Bronzestirnreif (RS/ GS-Malus 1/0) 4) Brustplatte und Helm (RS/ GS-Malus 5/1), 5) Schuppenrüstung und Helm (RS/ GS-Malus 6/2) 6) Lendenschurz (RS/ GS-Malus 0/0) 

AT/PA-Basiswert 11/9, Fernkapfbasiswert GE+4 

Bewaffnung (1W6): 1) Langbogen (1W6+4 TP) und Keule (1W6+2 TP, AT/PA -0/-3), 2) Breitschwert und verstärkter Schild (1W6+4 TP, AT/PA/PASchild 0/-1/10, +2 RS), 3) Drachenkamm (1W6+6, AT/PA -1/0), 4) Hackbart und verstärkter Schild (1W6+5 TP, AT/PA/PASchild 0/-1/10, +2 RS), 5) Gastrapherte (2W6+3) und Sichelschwert (1W6+4, AT/PA 0/0), 6) Streitkolben und Turmschild (1W6+4, AT/PA/PASchild 0/-3/ 12, +3 RS) 

Ausrüstung (1W6): 1) Brecheisen und Pickel, 2) 5 Fackeln, 3)10 Schritt Seil und eine 2 Schritt lange Stange, 4) 1Heiltrank (10 LE), 5) ein Sett Dietriche, 6) 1Kreide, ein Kohlestift und 3 Blätter Papier 

Talente (auf Talentwert 11, 1W6): 1) Schlösser und Fallen, 2) Orientierung, 3) Gefahren erkennen, 4) Wunden behandeln, 5) Reiten 6) Geheimfächer finden 

So, dass war es mit meiner Inspiration aus Medien, die ich in letzter Zeit konsumiert habe. Mal schaun, was mich als nächstes reizen wird… 

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  • Des Trolls Monsterhandbuch: Dinosaurier- Urige Monster seit 1824
    Sausier! George Wutz in so ziemlich jeder Folge mit ihm. Im Rollenspiel, vor allem in Pulp-Spielen oder auch im OSR, tauchen sie immer wieder auf: Dinosaurier. Urzeitliche Echsen, riesengroß, ein bisschen dümmlich, aber nichtsdestotrotz gefährlich. Egal ob Tyrannosaurus Rex, Triceratops oder Pterodaktylus, in fast allen Monsterhandbüchern seit den 70ern kann man sie finden. Zeit also, sie mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu zeigen, wie wir sie in Rakshazar nutzen. Dinosaur

Des Trolls Monsterhandbuch: Dinosaurier- Urige Monster seit 1824

01. Juni 2026 um 05:00

Sausier!

George Wutz in so ziemlich jeder Folge mit ihm.

Im Rollenspiel, vor allem in Pulp-Spielen oder auch im OSR, tauchen sie immer wieder auf: Dinosaurier. Urzeitliche Echsen, riesengroß, ein bisschen dümmlich, aber nichtsdestotrotz gefährlich. Egal ob Tyrannosaurus Rex, Triceratops oder Pterodaktylus, in fast allen Monsterhandbüchern seit den 70ern kann man sie finden. Zeit also, sie mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu zeigen, wie wir sie in Rakshazar nutzen.

Dinosaurier gibt es erst seit 202 Jahren

Bevor wir loslegen, möchte ich den Rahmen festlegen, mit dem wir auf die Echsen schauen und kurz definieren, was außerhalb unseres Rahmens liegt.

Wir werden uns nicht über Drachen unterhalten, auch wenn die Idee von Drachen auf frühe paläontologische Funde, in Europa zumindest seit der Antike belegt (Kaiser Augustus hatte in seinem Palast eine große Sammlung an Knochen von Monstern und Helden, darunter sehr wahrscheinlich auch der eine oder andere Dinoknochen). Drachen haben zudem einen ganz anderen mythologischen Rucksack, den sie, in Europa zumindest, als Verkörperung des Bösen mit sich tragen.

Ich werde auch nicht über die einzelnen Arten von Dinosauriern, deren Verwandtschaftsverhältnisse oder Evolution reden. Auch über die Zeitalter, Trias, Jura und Kreide, werde ich nicht reden. Dazu kauft euch ein möglichst aktuelles, wissenschaftliches Dinobuch. Nur so viel: Zwischen Stegosaurus und Tyrannosaurus Rex liegt so viel Zeit, wie zwischen dem Ende der Dinos und heute vergangen ist +10 Millionen Jahre.

Ich werde im Artikel auch munter Flugechsen (wie den oben erwähnten Pterodaktylus) mit Dinosauriern und Meeresechsen in einen Topf werfen, was bei echten Dino-Fans ein mittleres Magengeschwür auslösen dürfte.

Was die Überlegungen des Artikels angeht, gibt es Dinosaurier erst seit 1824, dem Jahr, als der Iguanodon zum ersten Mal beschrieben und so zu einem der bekannten Dinosaurier (etwa zeitgleich mit dem Megalosaurus) wurde. Diese Beschreibung, 35 Jahre vor Darwins „Entstehung der Arten“, hat eine (kulturelle) Schockwelle ausgelöst, deren Auswirkungen wir bis heute spüren.

Dinosaurier: Zwischen Realität und Fiktion

Ich hatte ja schon in meinem Monsterhandbuch Wesen, bei denen die Realität die Fiktion beeinflusst hat. Beim Not-Deer und Wolpertinger waren es Krankheiten, die sich die (Sonntags-)Jäger nicht gleich erklären konnten. Ich hatte auch schon Monster, die aus theologischen Überlegungen heraus entstanden und dann immer mehr Lore bekamen, wie etwa der Basilisk. Ich hatte auch schon Sirenen auf meinem Blog, die ihre Gestalt im Laufe der Kulturgeschichte von Vogelfrauen zu Meerjungfrauen wandelten.

Aber Dinos sind hier besonders. Das Auseinandertriften von Realität, also dem realen Wesen, das vor 147 oder 77 oder 112 Millionen Jahren lebte, und der Fiktion, der kulturellen Bedeutung, die wir ihm geben, ist nicht davon getrieben, dass sich letzterer Bereich schneller weiterentwickelt als das Wissen, das wir über die Dinos haben, sondern weil die Paläontologie immer neue Hinweise auf Aussehen und Lebensweise der Viecher findet, ganz davon abgesehen, dass Schätzungen zufolge seit 2000 jedes Jahr 45 neue Arten entdeckt werden. Fast alle Monster entstehen aus unserer Fantasie.  Dinosaurier nicht.  Bei ihnen kommt die Fantasie einfach nicht hinterher.

Nehmen wir doch mal, um das zu veranschaulichen, unseren guten Freund, den Iguanodon.

Reconstruction of Iguanodon by Samuel Griswold Goodrich from Illustrated Natural History of the Animal Kingdom (New York: Derby & Jackson, 1859).

Das Bild hier zeigt einen Iguanodon, wie man ihn sich 35 Jahre nach dessen Entdeckung vorstellte. Wir haben es hier mit einem riesigen Leguan zu tun, die charakteristischen Daumen wurden da noch als Hörner angesehen, die Teil der Schnauze waren. Heute lachen wir drüber, aber das war die Initialzündung der Art und Weise, wie wir uns Dinosaurier vorstellen. Die ersten Fantasy-Sci-Fi-Autoren, z. B. Jules Verne in seinem 1864 erschienenen „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, hatten diesen Iguanodon und die ersten Rekonstruktionen von Flugechsen und Meeresechsen vor Augen, als sie davon schrieben. Mit Glück sind sie sogar in einer Rekonstruktion drin gesessen, wie dieses Bild hier zeigt:

Dîner du Nouvel An qui a lieu le 31 décembre 1853 et qui est immortalisé dans un article de l’Illustrated London News, le 7 janvier 1854, p. 22. Organisé par Benjamin Waterhouse Hawkins qui convie 21 personnes pour un repas dans le ventre d’un iguanodon préhistorique afin de lancer l’exposition des dinosaures de Crystal Palace

Je mehr Iguanodons man fand, desto klarer wurde es, dass das Biest so nie ausgesehen hat. Die Wissenschaft hat schnell adaptiert, in der Bevölkerung hielt sich noch das Bild von diesen Riesenleguanen. Deutlich erkennen kann man das zum Beispiel im ältesten Dinofilm überhaupt: Gertie, the Dinosaur.

Es geht in dem 1914 veröffentlichten Film zwar um eine andere Spezies, aber die Ideen von 1859 sind noch ganz klar sichtbar.

Dass man wusste, dass der Iguanodon in Wirklichkeit ganz anders aussah, beweist dieses Bild aus Meyers Konversations-Lexikon: eine Enzyklopädie des allgemeinen Wissens. Bd. 8 von 1890.

Das da ist die sogenannte Känguru-Haltung, unter der ich in den 1980ern und 1990ern den Iguanodon noch kennengelernt habe. Man glaubte, das Vieh, von dem man mittlerweile wusste, dass es Pflanzenfresser war, würde sich auf den Hinterbeinen fortbewegen und der Schwanz, welcher sehr beweglich sei, würde als Stütze dienen, während der Dino Bäume abweidete.

Moderne Rekonstruktionen stellen Iguanodon so dar:

Restoration of Iguanodon bernissartensis, 2013 von Nobu Tamura, CC-Attribution-Share Allike

Vogelbecken-Dino, auf allen Vieren laufend, die riesigen Daumenkrallen doch nicht so prominent, wie man einst glaubte, Urwampe und … seit 2000 belegt, einen steifen, nach hinten gerichteten Schwanz. Auf den Hinterbeinen alleine liefen sie wahrscheinlich nur, um von Raubsauriern zu flüchten (nicht dem T-Rex, der taucht erst 35 Millionen Jahre nach den letzten Iguanodons auf). Wahrscheinlich fraßen sie eher Gras und Farne als Blätter und Nadeln von den Bäumen.

Wenn du mir aber eine Pistole auf die Brust setzt und sagst, ich solle einen Iguanodon zeichnen, dann würdest du von mir nen 80er-Känguru-Iguanodon bekommen.

Das, was ich hier mit dem Iguanodon gezeigt habe, das gilt für alle Dinos. Ich wurde 1981 geboren, mein Bild von Dinos wurde von Filmen aus den 70ern, einem Dino-Magazin mit T-Rex-Modellbausatz und Jurassic Park geprägt. Für mich sind Dinos grau, grün oder braun, geschuppt. Mittlerweile weiß man, dass die meisten Raptoren ein Federkleid hatten (für T-Rex wurde das auch mal diskutiert, was den Schreckensechsen den Schrecken nimmt, wenn man sie sich als überdimensionales Hähnchen vorstellt), man hat Dino-Mumien gefunden, weiß, wie deren Haut aussah, und konnte da sogar Pigmente nachweisen. Mein Bild von den Dinos hat sich aber noch nicht upgedatet. Mit Folgen fürs Rollenspiel, wie wir gleich noch sehen werden.

Dinos in Rakshazar

1993 kam Die Schlacht der Dinosaurier auf den Markt.

Ein dumpfes Donnergrollen, begleitet von einer Vibration des Erdbodens, zog über die Ebene von Rastargo. Nein, es war nicht der Vulkan Astana – gelegen im Lande hinter dem Ehernen Schwert –, der seinen bevorstehenden Ausbruch ankündigte. Ein riesiger Plateosaurus, einer der größten aller Saurier, tauchte am Rande der Ebene auf. Die Erde stöhnte unter seinem Gewicht. Nun war auch Kampfgeschrei zu hören, und weitere Dinosaurier der unterschiedlichsten Art waren am Horizont auszumachen. Jedes Tier trug einen oder mehrere Reiter, die gerüstet waren mit Schwertern, Lanzen und Wurfgeschossen.

Während sich die Dinosaurier-Armee noch formierte, zog vom Osten aus der gefürchtete General Tschadrak von Harangas zum Angriff. Die schweren Leiber setzten sich in Bewegung und stampften aufeinander zu. Schon bald stürzten die ersten Kolosse leblos zu Boden und nahmen ihre Reiter mit sich. Magier schleuderten Lavabrocken in den Vulkan, um dadurch neue Kräfte für ihr Heer zu sammeln.
Als die Abendsonne ihre letzten Strahlen über die Ebene von Rastargo schickte, war die Dinosaurier-Armee von General Tschadrak von Harangas nicht mehr gesehen, und seine Schreckensherrschaft für immer beendet

— Klappentext von Die Schlacht der Dinosaurier;

Hier hatten wir also ein Brettspiel, bei dem bis zu 4 Armeen gleichzeitig kämpfen konnten und das In Rakshazar spielte.

Naja, eigentlich ist die Geschichte hinter dem Spiel diese, dass Schmidt-Spiele ein Dino-Spiel hatten und das einfach unter der Marke DSA rausbrachte, das Spiel selber aber nichts mit DSA am Hut hatte, geschweige denn mit den damaligen Köpfen hinter DSA irgendwie abgesprochen war. Trotzdem… das Spiel war nicht schlecht, hat echt spaß gemacht und wir vom Team Rakshazar haben es in unsere Spielwelt eingebaut. Damit hatten wir schon mal Den Tyrannosaurus Rex, Triceratops, Stegosaurus, Plateosaurus, Velociraptoren (wie immer seit Jurassic Park zu groß dargestellt, müssten eigentlich Utharaptoren sein) und Pteranodon. Wie immer in der Fantasy eine Mischung aus Oberjura (Plateosaurus, vor 217,4 bis 201,3 Millionen Jahre und Stegosaurus, vor 157,3 bis 147,7 Millionen Jahre) und Kreidezeit (T-Rex und Velociraptor, vor 85,2 bis 76,4 Millionen Jahre und auch Trceratops, ganz am Ende der Dinozeit) sowie Flugechsen (Pteranodon, auch aus der Oberkreide, vor 86,3 bis 72 Millionen Jahren).

Wir hätten die Dinos 1:1 übernehmen können, doch dann war da Hannes Radke, einer unserer damaligen Mitstreiter. Der war gerade dabei, Seine Abschlussarbeit im Designbereich zu machen und wollte als Produkt ein Rollenspielprodukt herausbringen. So entstand 2010 Rakshazar: Erste Schritte auf dem verfluchten Kontinent. Hannes hatte damals schon einen ganz eigenen, grimm and gritty, Stil und so entstanden diese beiden Bilder hier:

Das erste Bild zeigt einen Knochenwüter, unsere Version des Ankylosaurus, zweiteres ein Dreihorn, hinter dem sich ein Triceratops versteckt.

Nach diesem Vorgeplänkel nun mal Butter bei die Fische. Ich werde jetzt mal alle Dinos auflisten, die wir so in Rakshazar haben, teilweise mit Werten. Die Bilder, die ich hier reinposte, die spiegeln teilweise das wieder, was ich in Dinos: Zwischen Realität und Fiktion gesagt habe. Unsere Idee von Dinos stammt aus den 80gern und 90gern (die oben angesprochenen Folgen fürs Rollenspiel), Hannes Ideen, vor allem grafische Ideen, sind dagegen weit weg davon, was ich persönlich viel spannender finde. kein Pulp – aber eben auch kein Paläo-Fantasy-Realismus. An Dinos haben wir in Rakshazar (Werte, soweit schon vorhanden, für DSA4.1, Savage Rakshazar (ein Savage World Hack) und DSA1):


Blutzahn (Tyrannosaurus Rex)

Spielwerte DSA1: MU 12 LE 75 AU 40 AT 12/10/6 (Klauen, Maul, Schwanz) TP 1W+5 / 2W+4 / 1W+4) GS 12 RS 3 PA 5 MK 100 Beute: Zähne (40 TE). Im Magen liegen 2 Schätze.


Dreihorn (Triceratops)

Treirak in der Sprache der Brokthar.

Ein riesiges Vieh ist diese drei Schritt hohe Echse, deren Schädel mit drei langen Hörnern und einem mächtigen Nackenschild aus Horn bewehrt ist. Aggressiv sind sie nur während der Paarungszeit, sonst begnügen sich die friedlichen Pflanzenfresser damit, Feinden die Hörner entgegenzustrecken. Die meisten Raubtiere schreckt bereits diese Demonstration der Waffen ausreichend ab. Als Nutztiere bedeutend sind diese Echsen vor allem für die Brokthar, die das zarte Fleisch der Tiere sehr schätzen.

Spielwerte DSA1: MU 5 AT 12 RS 4 LE 80 PA 0 AU 30 TP 3W6 MK 20 Beute: 100 Rationen Fleisch, Hörner (40 TE)


Knochenwüter (Ankylosaurus)

Knochenplatten, Stacheln und eine knöcherne Schwanzkeule, die selbst die Schienbeine von Riesen zu zertrümmern vermag… wahrlich, ein Knochenwüter ist eine beeindruckende Erscheinung. Wenn man zudem noch Zeuge wird, mit welcher Verbissenheit diese Echse gegen ihre Feinde kämpft, weiß man, dass sie ihren Namen zurecht trägt. Umso erstaunlicher scheint es, dass einige Reiternomaden in den Weiten der südlichen Steppen, sowie die Xhul in der Wüste Lath „zahme“ Knochenwüter ihr eigen nennen. Sie setzen die genügsamen Echsen als Lastenträger ein, denn auf dem Rücken der Knochenwüter sind wertvolle Waren vor nahezu allen humanoiden Räubern sicher.

Spielwerte DSA1: MU 15 LE 150 PA 5 RS 4 AT 14 TP 2W+4 (Knochenkeule) MK 30 Beute: 30 Portionen Fleisch


Langhals-Echsen oder Donner-Echsen (Plateosaurus)

Im Riesland sind Donnerechsen zu einem seltenen Anblick geworden. Uralte Legenden der Xhul und Orks berichten von Zeiten in denen die Wüste Lath eine Oase der Fruchtbarkeit war und vorüberziehende Donnerechsenherden die Erde erbeben ließen. Heute durchstreifen die Donnerechsen auf beständiger Suche nach Nahrung die Steppen und Savannen südlich und östlich der Lath. In Kurotan und nördlich der Lath sind sie dabei seltener anzutreffen, ist die Vegetation hier doch sehr karg. Der mächtige Rumpf, der Echsen ruht auf vier säulenartigen Beinen, wobei die Vorderläufe etwas schmächtiger als die Hinterbeine, dafür allerdings mit beweglicheren Zehen versehen sind. Der lange Hals und der muskulöse Schwanz, lassen die größten Exemplare länger als zwei dutzend Schritt werden und neben ihren massigen Körpern würde selbst ein Troll winzig wirken. Ihre schuppige Haut ist dick und ledrig, meist in sandigen, grauen Grundtönen mit grünlicher oder rotbrauner Musterung gefärbt. Oberkiefer und Schädel bestehen aus einem einzigen, kantigen Knochen, der nur mit einer verhältnismäßig dünnen Hautschicht überzogen ist. Auf der Schnauze sitzt eine flache, hornartige Wölbung. Eine weitere Wölbung befindet sich an der Schädeloberseite hinter den tief unter Knochenwülsten verborgenen Augen. Hier sind die Atemlöcher der Donnerechsen, die auch zur Erzeugung dumpf dröhnender Rufe verwendet werden. Die meiste Zeit des Tages verbringen die Riesen mit Fressen; dabei stehen Gräser und Farne, aber auch Baumlaub, Beeren und andere Früchte auf dem Speiseplan. Gerüchten zufolge wurden die gemächlichen Echsen aber auch schon beobachtet wie sie sich an Kadavern, auch denen ihrer eigenen Artgenossen, zu schaffen machten. Mit der Gemächlichkeit ist es allerdings schnell vorbei, wenn die Herde aufgeschreckt wird. Dann rollt das Donnern der fliehenden Kolosse über die Ebenen und es zeigt sich das die Donnerechsen trotz ihrer Größe ein beachtliches Tempo vorlegen können. Kann das Tier nicht entkommen, richtet es sich als Drohgebärde auf seinen Hinterbeinen auf und lässt sich wieder nach vorne fallen, um dabei seinen knöchernen Schädel dem Angreifern entgegen zu schwenken.

Spielwerte DSA1:

MU 8 AT 11 RS 3 PA 3 TP 2W+2 (Trampeln) GS 7 AU 40 Beute: 30 Rationen Fleisch


Schlangenhals (Elasmosaurus)


Flugechsen (diverse)

Im südlichen und zentralen Rakshazar, sowie auch in den warmen Gebieten des Vaestfogg, sind eine Vielzahl von Flugechsen Arten, unterschiedlichster Größen und Formen heimisch. Die Kleinsten unter ihnen sind nur wenige Finger lang, während die Größeren Spannweiten von drei bis vier Schritt erreichen. Nur die zwei größten Flugechsenarten des Rieslands, der Kurih und der Ugedun, sind mit Spannweiten von 12 bzw. 9 Schritt noch einmal deutlich größer. Alle Flugechsen haben einen prinzipiell ähnlichen Körperbau: der Rumpf ist schmächtig, die Hinterbeine kurz und die Vordergliedmaßen besitzen extrem verlängerte Fingerknochen an denen sich die ledrigen Flügel aufspannen. Zum Laufen stützen sie sich auf ihre Arme. Die Meisten sind gute Kletterer. Einige haben voll ausgebildete Schwänze, andere nur noch verkümmerte Fortsätze. Schnabelform und Halslänge variieren stark zwischen den verschiedenen Arten und hängen von der jeweiligen Nahrung ab. Die kleinsten Flugechsen ernähren sich von Blütennektar, Baumharzen oder Insekten, etwas größere von Beeren und Früchten, oder von Parasiten und Aas. Die noch Größeren fressen Fische, Echsen, Frösche, Vögel und andere Flugechsen. Die Vielfalt ist schier grenzenlos und bisher hat es noch keiner der wenigen, riesländischen Gelehrten auf sich genommen all die unterschiedlichen Flugechsen zu kategorisieren, geschweige denn sie alle zu benennen. Sie leben überall da, wo es warm genug ist, und sind für den Riesländer allgegenwärtige Begleiter. Sogar in den Metropolen haben sie sich breit gemacht, wo sie Resteverwerter und Ruhestörer zugleich sind und manchmal auch selber von den Zweibeinern verwertet werden.

Einige bekanntere Arten:

Die Chrame (auf Sanskit)/ die Krakh (auf Amhasa)

Die Chrame ist eine kleinere Flugechse, die wahrscheinlich schon in ferner Vergangenheit die Metropolen und Städte bevölkerte. Sie hat einen kurzen, bezahnten Schnabel und vertilgt damit alles, was in den Städten so abfällt oder unbeaufsichtigt liegen bleibt. Die Männchen haben auffällige, türkis schillernde Kehlsäcke, ähnlich wie ein Frosch, womit sie in der Abenddämmerung ungeheuerlich nervtötenden Lärm verursachen.

Der Risto

Eine größere, äußerst territoriale Flugechse. Sein Revier liegt in Sümpfen und feuchten Niederungen. Er reagiert äußerst aggressiv auf Eindringlinge jederart und wird zunächst versuchen größere Gegner mit Scheinangriffen zu verscheuchen. Anstatt mit seinem Schnabel, attackiert der Risto mit Tritten seiner klauenbewehrten Hinterbeine. Jagen sieht man die Risto allerdings selten, ernähren sie sich doch vorwiegend von Kadavern, die sie mit ihrem großen Schnabel und kräftigem Hals Stück für Stück zerlegen.

Der Klippsegler

An den Küsten Rakshazars sind die Klippsegler ein gewohnter Anblick. Diese einen Schritt große Flugechsenart beschränkt sich jedoch bei weitem nicht darauf, ihre Kolonien ausschließlich an felsigen Klippen zu gründen, sie bevölkern ebenso gerne die Fassaden großer Gebäude in Hafenstädten, sowie Bäume in Küsten- und Mangroven-wäldern. Sie sind begnadete Fischer und können sogar kurze Strecken unter Wasser zurücklegen.

Der Pim Pim

Wer in den warmen Gebieten Rakshazars, wie der Wüste Lath oder der Mareth-Senke, auf eine Karawane trifft, wird oftmals von den dort umherschwirrenden Pim Pim belästigt. Diese nur wenige Finger großen Flugechsen haben einen langen Schwanz, der etwa die Hälfte ihrer geringen Körperlänge ausmacht und sind friedfertige, wenn auch sehr neugierige Wesen. Die Pim Pim leben in Symbiose mit und auf den riesenhaften Kreaturen Rakshazars, die auf Grund all ihrer Parasiten und sonstigen blinden Passagiere den Pim Pim üppige Nahrungsquellen bereitstellen. Seine Neugierde und Klugheit haben dem Pim Pim einen guten Ruf unter den Zweibeinern Rakshazars eingebracht. Vielerorts sind sie gern gesehene Begleiter, die schnell eine enge Bindung zu ihrem Herren aufbauen.

Spielwerte DSA1: LE 10 RS 1 Beute: 1 Ration Fleisch MR 7 LE 80 MK 40

Der Handjscha/Schwarm

Von Shahana bis Ribukan ist der Handjscha gefürchtet und verhasst. Eine Strafe der Götter für die einen, ein Fluch fremder Mächte für andere. Für Einige ist der Handjscha gar selbst eine göttliche Entität, der es zu folgen gilt und dessen Zeichen korrekt zu deuten Aufschluß über die Zukunft gibt. Die riesigen Schwärme dieser Echsen, die neben Handjscha noch viele weitere Namen tragen, ziehen unentwegt durchs südliche Riesland, immer auf der Suche nach Nahrung. Zu zehntausenden überfallen sie Haine, Gärten und Weinberge, plündern Fischerdörfer oder städtische Märkte. Die zwei Spann messenden Flugechsen, mit grazilem Schwanz, fressen alles was irgendwie tauglich erscheint. Wenn alles vertilgt ist, macht sich der Schwarm unter ungeheuerlichem Getöse auf zu seinem nächsten Opfer. Einzig wenn der Handjscha auf einen vergleichbar großen „Heuschreckenschwarm“ trifft, können die riesländischen Bauern dem Schauspiel etwas Positives abgewinnen.


Rammschädel (Pachycephalosaurus)

Titel: Rammschädel.pngDie wilden Rammschädel durchstreifen in Gruppen von rund zwei Dutzend Tieren die Steppen und Savannen der Mareth-Senke und der angrenzenden Gebiete. Hin und wieder kann man die kleinen Herden auch in den südlicher gelegenen Dschungelwäldern und Gebirgstälern antreffen. Sie sind anspruchslose Pflanzenfresser und ausdauernde Wanderer, die auch wochenlang mit karger Kost durchhalten. Die zweibeinigen Echsen sind, wenn es darauf ankommt, schnelle Läufer. Zum Grasen oder zum Ausgraben von Wurzeln nutzen sie ihre befingerten Vordergliedmaßen. Ihr auffälligstes und zugleich namensgebendes Körpermerkmal ist jedoch der knöcherne Dom auf ihrem Schädel. Diese mehrere Finger dicke Knochenplatte wird umringt von zahlreichen großen und kleineren Hörnern und wird sowohl zur Verteidigung gegen Angreifer, als auch bei Rivalenkämpfen zur Paarungszeit eingesetzt. Aber auch mit ihrem schnabelartigen Maul und Tritten ihrer kräftigen Laufbeine sind die Rammschädel in der Lage, sich gegen Feinde effizient zur Wehr zusetzen. Die Reiternomaden des Sanskitaren Volkes züchten und zähmen bereits seit vielen Generationen Rammschädel und nutzen sie neben Wildpferden und Kamelen als Reittiere. Durch ihre Größe und ihr martialisches Aussehen gelten Rammschädel als besonders wertvoll und jeder Stammeskrieger, der etwas auf sich hält, will eines Tages einen Rammschädel sein Eigen nennen. Auch in den Metropolen der Sanskitaren, kann man hin und wieder auf gezähmte Rammschädel treffen. Diese sind gerade in der wohlhabenden Oberschicht beliebte Reittiere, allerdings begeben sich die Potentaten auf Grund ihrer Körperfülle oft gar nicht selber in den schwankenden Sattel. Im Dreistromland hingegen werden die Tiere gelegentlich wegen ihres Fleisches und des zähen, witterungsbeständigen Leders gezüchtet.

Spielwerte DSA1: MU 15 LE 60 AT 14 PA 2 RS 4 MK 30 TP 1W+2 (Rammstoß. GE-Probe um die TP erschwert, bei Fehlschlag fliegt der*die Held*in TP Schri durch die Lu.) Beute: 30 Portionen Fleisch


Axaluun (Stegosaurus)

Der Axaluun ist eine gewaltige Großechse, beheimatet in den schwülen Dschungeln und Sumpfländern der ribukanischen Halbinsel. Ausgewachsen erreichen die Echsen eine Schulterhöhe von gut drei Schritt und eine Länge von neun Schritt vom kleinen Kopf bis zum stachelbewehrten Schwanz gemessen. Ihr runder Rücken ist besetzt mit mächtigen, rautenförmigen, senkrecht abstehenden Knochenplatten, die dem Geschöpf ein abenteuerliches Aussehen verleihen. Insbesondere zur Brunftzeit oder in Gefahrsituationen färbt verstärkte Durchblutung die Knochenplatten dunkel rot. Der mächtige Rumpf des Tieres lastet auf vier Beinen, wobei die Vorderläufe im Vergleich zu den kräftigen Hinterbeinen, die es dem Axaluun ermöglichen sich aufzurichten, um an schmackhafteres Blattwerk großer Bäume zu gelangen, geradezu schmächtig wirken. Der Kopf der Echse wirkt im Vergleich zum Körper überraschend klein. Die Nagahstämme der Sumpfländer sehen den Axaluun als Inbegriff von Einfältigkeit und Genügsamkeit, wissen sie doch, dass das Gehirn des riesigen Tieres kleiner als eine Faust ist. Tatsächlich ist die Großechse nicht gerade besonders schlau, wenn es darum geht Gefahren aus dem Weg zugehen oder diese Frühzeitig zu erkennen. Doch da der Axaluun kaum natürliche Feinde hat, scheint ihm seine Tumbheit nicht im Wege zu stehen. Und wenn er doch einmal in die Situation kommt sich verteidigen zu müssen, so verlässt sich die Echse in diesem Fall auf ihre tödlichen Waffen: Die vier, jeweils ein Schritt langen Dornen, je zwei zur Rechten und zwei zur Linken, die aus seinem Schwanz wachsen, sind gut geeignet sich sogar einen unvorsichtigen Blutzahn vom Leib zu halten. Die Großechsen leben meist als Einzelgänger, tief in sumpfigen Dschungelwäldern und fressen Tag für Tag Unmengen an Blättern, Farnen und Wassergewächsen. Zur Paarungszeit kommen die Axaluun an weitläufigeren, sumpfigen Niederungen zusammen. Nach der Paarung legt das Weibchen 10 bis 20 Eier in eine meist sandige Grube und verlässt das Gelege. Der Nachwuchs ist von da an auf sich allein gestellt und nur die wenigsten Jungtiere werden älter als ein Jahr. Haben sie jedoch erstmal eine gewisse Körpergröße erreicht, gibt es kaum mehr etwas, was ihnen gefährlich werden kann. Viele Ipexcostämme und auch die Sirdak verehren den Axaluun als friedliebenden und mächtigen Hüter der tiefen Wälder.


Schreckensklaue (Utha-Raptor)

Die Schreckensklaue (Sanskit.: Velachi) ist eine auf den Hinterbeinen laufende Raubechse mit einer Schulterhöhe von rund 9 Spann. Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze misst sie etwa 4 Schritt, ist von schlankem sehnigen Wuchs und besitzt ein langezogenes Maul voller messerscharfer Reißzähne. Der Körper ist von dunkelgrauen bis grau-grünen Schuppen bedeckt. Am Hinterkopf, tragen die Männchen einen kurzen, smaragdgrünen Hautkamm. Ihren wenig schmeichelhaften Namen verdankt die Schreckensklaue der fast spannlangen, sichelförmigen Klaue an den innersten Zehen ihrer zwei Laufbeine. Diese Klauen gelten überall in Rakshazar als begehrte Trophäen und eignen sich auch als Werkzeuge oder Waffen. Doch die Jagd auf Schreckensklauen ist alles andere als ungefährlich und der ein oder andere Jäger wird schließlich selbst zum Gejagten. Die Echsen sind schnell, haben enorme Sprungkraft und gute Augen. Sie leben in Gruppen von 4 bis 8 Tieren und sind in Steppen, Halbwüsten und Savannen, gelegentlich auch in Gebirgen, des gesamten südlichen und zentralen Rakshazars, anzutreffen.

Spielwerte DSA1: MU 15 LE 35 AT 15 PA 4 TP 1W+5 (Sichelkralle) Beute: Sichelkralle 10 TE

Ein paar Ideen zum Schluss

Bei der Recherche zu diesem Artikel kam mir eine Idee, wie man Dinosaurier auch in einem Rollenspielsystem einsetzen kann, das man nicht sofort mit den Schreckensechsen verbindet: Vaesen. Dazu muss ich aber den selbst gestecken Rahmen ein klein bisschen erweitern und die Drachen doch ins Bild holen.

Vaesen (incl. Die Britannienerweiterung) spielt ja in einer Fantasy-Version des 19. Jhdts. Und das ist genau die Zeit, in der die Dinosaurier entdeckt wurden. Für die damalige Gesellschaft Muss das ein riesiger Schock gewesen sein: Eine Tierwelt vor unserer Tierwelt! Ein rütteln an den Grundfesten des Glaubens. Für gläubige Personen mag sogar die Frage im Raum gestanden haben, ob die Dinoknochen nicht überreste von Drachen sind. Drachen (genauer, Lindwürmer) tauchen in Vaesen im Grundregelwerk und dem tollen Abenteuer Feuerherz aus dem Band Jahr der Mythen auf. In dem Abenteuer geht es um eine Mine, ein Sägewerk, 2 Brüder und Gier, die den Drachen erwachen lässt bzw. einen Bruder in den Drachen verwandelt (ein Motiv, dass wir von Fáfnir aus der Völsunga kennen).

Lass uns doch 2 Gentleman darüber streiten, wer nun den (vermeidlichen) Dinosaurier aufbauen darf. Der Streit weckt dann den Geist des Drachen in den Knochen und, wenn die Donnerstagskinder Pech haben und keine Lösung finden, verwandelt einen der Gentleman in einen Drachen, der den Cristal Pallace in Schut und Asche legt.

Noch eine Idee, die aber jetzt wieder eher Pulp ist und von Darkwing Duck (Staffel 1, Episode 24)… geliehen wurde: Eine Strahlenwaffe, die Vögel in Raptoren zurückverwandelt. Ein genialer Fiesling, der die Weltherrschaft an sich reißen möchte, die Hochzeit eines großen Staatsmannes, bei dem 1200 Tauben freigelassen werden und die Charaktere, die dies verhindern wollen… Nebenbei: Erst wollte ich schreiben, dass der Zwischenfall mit dem Taube-zu-Raptor-Stahl bei Olympia 2028 stattfinden soll, aber seit einem Zwischenfall in Seoul werden keine Tauben mehr bei Olympia verwendet.

Fazit

Schon alleine wegen Ihrer Größe, Artenvielfalt und der ewig langen Zeit, die sie die Erde beherrschten, sind Dinos interessante Monster fürs Rollenspiel. Sie verkörpern die rohe, urtümliche Gefahr, von etwas gefressen oder gar verschluckt zu werden, dass viel größer und stärker ist als man selbst. In Rakshazar haben wir auch Dinos drin, die als Reittiere genutzt werden, auch das ein Traum jedes Kindes mit so 5-8 Jahren (meiner wars auf jeden Fall). Bei der Darstellung und Beschreibung von Dinos hinken wir aber der Wissenschaft hinterher. Im Fernsehen laufen immer noch die alten Schinken aus den 70gern und noch zu selten werden Raptoren mit Federn dargestellt. Vielleicht sollten wir uns von dieser Idee der Dinos ganz lösen und mehr wie Hannes denken. Vielleicht sollten wir eigene Dinos erfinden, fern von jeder Vorlage, die es in der Natur je gab. Vielleicht sollten wir aufhören, Dinosaurier zu spielen, wie wir sie kennengelernt haben.

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