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    Ich bin verflixt spät dran! Der April war leider ziemlich voll und ich habe es nicht geschafft alle Kurzreviews sofort nach dem Gucken zu schreiben. So musste ich also nacharbeiten und da der Mai voller Rollenspiel-Conventions ist, hat das alles ziemlich gedauert. Wer wissen will, was ich hier tue kann das im ersten Beitrag nachlesen und im Podcast nachhören. Aber nun sind die Besprechungen fertig und hier sind meine gesehenen Filme für den April 2025: Argo (2012) Es gibt nur eine Gruppe von Men

Irgendwas mit Dungeons: 150 Filme in 2025 – Der April

19. Mai 2025 um 17:07

Ich bin verflixt spät dran! Der April war leider ziemlich voll und ich habe es nicht geschafft alle Kurzreviews sofort nach dem Gucken zu schreiben. So musste ich also nacharbeiten und da der Mai voller Rollenspiel-Conventions ist, hat das alles ziemlich gedauert. Wer wissen will, was ich hier tue kann das im ersten Beitrag nachlesen und im Podcast nachhören. Aber nun sind die Besprechungen fertig und hier sind meine gesehenen Filme für den April 2025:

Argo (2012)

Es gibt nur eine Gruppe von Menschen, der man abnehmen würde, in den revolutionsumtosten Iran des Jahres 1979 zu reisen: Hollywood-Leute auf der Suche nach einem Drehort für einen Science-Fiction-Film. Es ist also die perfekte Tarnung, um Botschaftsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus dem Land zu bekommen. Aber um diese Tarnung zu bewerkstelligen, braucht man viel Vorbereitung und verdammt viel Glück.

„Argo“ ist die wahre Geschichte eines Films, den es nie gab und eine beispiellose und erfolgreiche Rettungsaktion des CIA, über die (lange Zeit) niemand etwas wissen durfte. Wir haben eine große und rundum hervorragende Besetzung beginnend mit Ben Affleck als Tony Mendez, der die CIA-Operation plant und umsetzt, über John Goodman und Alan Arkin (John Chambers und Lester Siegel), die die Hollywoodunterstützung darstellen und natürlich die Schicksalsgemeinschaft der US-Botschaftsangehörigen, die in der kanadischen Botschaft untergekommen sind. Aber auch all die Nebendarstellerinnen und -darsteller des Iran überzeugen durch ihr Schauspiel. Es ist ein verflucht spannender Film, bei dem die Angst, das Chaos und die Ungewissheit eines Umsturzes greifbar ist. Das Lebensumfeld der Botschaftsmitarbeiter wird immer kleiner: Zunächst ihr Botschaftsgelände, das erstürmt wird; dann die kanadische Botschaft, die nicht auf so viele Dauergäste ausgelegt ist; es folgt der VW-Bus, mit dem man zum Markt und zum Flughafen fährt und dann am Flughafen selbst, gibt es dann nicht mal mehr vier Wände, die einen schützen. Wunderbar inszeniert von Ben Affleck.

048 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Die Metapher von Argo, mit dem natürlich auch das mythische und schnelle Schiff der Argonauten gemeint ist, dass die Besatzung sicher ins Schwarze Meer brachte und auch die Meeresmonster Skylla und Charybdis hinter sich lassen konnte, soll hier aber auch nicht unerwähnt bleiben.


Treasure Planet (2002)

Robert Louis Stevensons „Die Schatzinsel“ ist wohl einer der berühmtesten Abenteuerromane der Welt. Long John Silver ist eine so ambivalente Figur, dass sie uns selbst nach über 140 Jahren noch fasziniert. Und außerdem geht es um Piraten. Piraten mit schwarzen Augenklappen und glänzenden Goldzähnen. Und grünen Vögeln auf den Schultern …

Disney experimentierte in der Vergangenheit immer wieder mal mit Filmen und „Der Schatzplanet“ gehört dazu. Der Film funktioniert als Abenteuer ausgezeichnet, hat liebevolle Figuren und kommt ohne Musical-Elemente daher, was mich sehr freut. Jim Hawkins ist mir in dieser Fassung allerdings etwas zu „rebellisch“, wobei die Beziehung zu Silver schon sensibel gezeichnet wird.

Die Science-Fiction-Steampunk-Ideen sind alle gut inszeniert und auch wenn so manches 3D heute nicht mehr so gut aussieht, vermag der Schatzplanet einen doch schnell in den Bann zu ziehen. Die Geschichte ist hinlänglich bekannt und in der Neuinterpratation sind eine Menge Anspielungen und Gags eingebaut, was einen charmanten Film auf den Fernsehschirm zaubert.

049 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Erst am Ende des Films hab ich den Gag mit dem Morph verstanden! Der ist der Papagei, der aber nicht nur die Stimme nachahmt, sondern das Aussehen. Hut ab!

PPS
Abgefahren: Billy Bones (der Mann mit der Karte) wird im Original von Patrick McGoohan gesprochen! Das dürfte wohl seine letzte Rolle gewesen sein. RIP Nr. 6.


The Game (1997)

Gordon Gecko wird ein anderer Mensch. Ähh … ich meine natürlich Nicholas van Orton (gespielt von Michael Douglas) wird ein anderer Mensch durch Jumanji … oder ein anderes Spiel, das ihm sein Bruder (Sean Penn, aber nur kurz) schenkt. Mehr sollte man nicht erzählen. Der Rest ergibt sich von selbst.

Ich gebe zu: „The Game“ ist mein Guilty Pleasure. Ich gucke den Film immer mal wieder und je öfter ich ihn sehe, umso mehr Ungereimtheiten fallen mir auf und auch eine gewisse Unzufriedenheit stellt sich ein, weil ich „The Game“ als Teenager so unglaublich beeindruckend fand und dieser Effekt inzwischen verklungen ist. Aber so wichtig ist das alles nicht. Man könnte Fragen über Fragen stellen und vermutlich gibt es ganze YouTube-Essays mit drei Stunden Länge, die sich nur damit beschäftigen, wie unrealistisch der Film ist und was daran alles keinen Sinn ergibt. Aber ich mag diesen Film. Ich mag die Atmosphäre des Films, die einzelnen New-Yorker-Schauplätze sind von Fincher wunderbar eingefangen und man sieht Michael Douglas gern dabei zu (und wie sehr liebe ich Volker Brandt als Synchronsprecher!), wie er von einem Problem ins nächste stolpert, fällt, rennt, verunfallt oder rätselt. Man sollte eine gehörige Portion Suspension of disbelief (das heißt übrigens im deutschen: willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit – wie schön!) über sein Popcorn gießen und dann einfach die Fahrt genießen. Nicht zu viel Nachdenken, einfach laufen lassen. Fincher nimmt dich an die Hand und führt dich in ein verrücktes Abenteuer mit einem Twist nach dem anderen.

050 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Ach, eine Frage habe ich noch: Wer zum Teufel würde, so ein Spiel versichern?!


Clash of the Titans (1981)

Der letzte große Film mit Stop-Motion-Monstern von Ray Harryhausen. „Kampf der Titanen“ erschien 1981 und greift verschiedene Sagen der griechischen Antike auf. Im Mittelpunkt steht Perseus (gespielt von Harry Hamlin), Sohn des Zeus. Dieser wird ein großes Abenteuer verstrick, in dessen Zentrum Prinzessin Andromeda (gespielt von Judi Bowker) und der unmenschliche Calibos (Neil McCarthy) stehen. Ausgestattet mit den Geschenken der Götter und dem geflügelten Pferd Pegasus, muss Perseus große Abenteuer bestehen, um Andromeda vor dem Kraken (einer der Titanen) zu retten.

Ein schöner Fantasy-Film, mit toller Stop-Motion-Technik und kreativen Monstern. Doch da Perseus drei Geschenke erhielt, möchte ich umgekehrt drei Punkte anmerken:

1. Harry Hamlin als Perseus ist für mich ein echter Schwachpunkt. Gerade in Szenen mit dem Leinwandprofi Burgess Meredith (er spielt den Dichter Ammon) wirkt Perseus blass. Ja, er besitzt die Statur und Energie eines antiken Helden, aber die Mimik und der Ausdruck sind noch etwas roh. Es war sein vierter Film (vermutlich sogar ein früherer Film, weil „Kampf der Titanen“ schon 1979 gedreht wurde, aber erst 1981 ausgestrahlt wurde) und man merkt das. Das ist keine Tragödie, aber Hamlins Darstellung lässt mich recht kalt. Spannend ist jedoch, dass Hamlin bei God of War II nochmal in seine Rolle schlüpft und Perseus in dem Videospiel darstellte. Übrigens: Zuerst sollte Arnold Schwarzenegger die Rolle spielen, doch da es zu viele Dialoge gab, entschied man sich dagegen.

2. Ich liebe die Harryhausen-Filme. Der Kampf mit den Monstern ist immer fabelhaft inszeniert. Besonders gefallen haben mir die Skorpione und natürlich der Kraken. Aber zugleich merkt man auch, dass die Rückprojektionen heutzutage nicht sehr gut gealtert sind. Überraschenderweise finde ich den deutlich älteren Sindbad besser gealtert als „Kampf der Titanen“.

3. Bubo. Ich glaube als Kind hätte ich auch eine mechanische Eule gewollt. Ein paar Jahrzehnte später habe ich doch noch eine Eule bekommen, aber das ist eine andere Geschichte … Zurück zu Bubo. Wann immer ich etwas über Bubo lese, heißt es, die Idee sei vor C3PO dagewesen. Das glaube ich. Aber so richtig warm bin ich mit Bubo nicht geworden.

Und da Perseus noch die besagte Eule bekommt, hier noch ein allerletzter Punkt:

4. Auf der immer wachsenden Wikipedia habe ich einige Zusammenfassungen zeitgenössischer Kritiken gelesen und in einer dieser Rezensionen heißt es: „The real titan is Ray Harryhausen.“ Diese Rezension wird der Times zugeschrieben, aber es fehlt ein Zitat. Ich hoffe es ist wahr, denn am Ende ist es Harryhausens Magie, die den Film noch heute zu einem Klassiker macht.

051 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Ich habe den Film zum ersten Mal gesehen. Zumindest bewusst. Seltsam? Aber so steht es geschrieben …


Passwort Swordfish (2001)

Stanley Jobson (Hugh Jackman) ist ein verdammt guter Hacker mit Familienproblemen. Er hackt sich mit einem guten Rotwein und mehreren Monitoren in alles rein, was es so gibt. Wer die Karte am Laptop kennt, weiß etwa, wie schnell Jobson hacken kann. Er lässt sich auch vom Hacken durch wirklich gar nichts ablenken, auch wenn Gabriel Shears (John Travolta) Bärtchen und Frisur einem wirklich zu schaffen macht. Aber Shears kann sich das erlauben, denn er ist das härteste Verbrechergenie, das man sich vorstellen kann: „Er tut, wovon wir nur zu träumen wagen. In seiner Welt ist nichts unerreichbar. Er nimmt sich, was er will, wann er will.“ Beschützt wird er von Marco (Vinnie Jones) – wenn jemand wie Shears überhaupt Schutz braucht. Und ebenfalls an seiner Seite ist Ginger Knowles (Halle Berry), die ihr eignes Spiel spielt.

Ich hätte auch lieber, was anderes im DVD-Spieler spielen sollen, denn „Passwort: Swordfish“ gibt mir als Zuschauer nur wenig zurück. Auf dem Papier ist der Film ein Heist-Movie, gemischt mit Actionszenen, doppeltem Spiel und Hacking. Es wird so hart gehackt, dass zieht euch die Netzkabel raus! Die Datenautobahnen glühen und die Würmer krabbeln rasend schnell durch die Datenkabel bis zur letzten Bandmaschine, die nur noch aus Tradition am Internetz angeschlossen ist. Woooah … So cool! Das alles ist völlig überzeichnet und hat diesen späten 90er/Anfang 00er-Look, den man auch von „Nur noch 60 Sekunden“ oder „The Fast and the Furious“ kennt, der im selben Jahr startete. Das ist im besten Falle komisch, aber meistens langweilig. Der Film hält dich bei Laune durch Action-Szenen und sinnfreie Erotik.

Dennoch: Der Film ist als Zeitkapsle unentbehrlich! Wer wissen möchte, was früher in den 00er cool war, der muss „Passwort: Swordfish“ (aus traditionellen Gründen) archivieren. Es war eine merkwürdige Zeit, in der alles aussah, als würde hätte man es durch eine (coole) Sonnenbrille gefilmt. Und es spricht Bände, dass ich den Film schonmal gesehen habe, aber mich nur noch an kaum etwas erinnern konnte.

052 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Neben Travoltas Bart möchte ich auch Jackmans Ohrring lobend als glänzenden Nebendarsteller erwähnen.

PPS
Zu Beginn erzählt Shears was über „Hundstage“. Ein Tipp für alle, die das hier lesen: Stoppt „Passwort: Swordfish“ and dieser Stelle und schaut euch „Hundstage“ an. Lohnt sich.


Forbidden World (1982)

„Forbidden World“ hat viele Namen und ist auch als „Mutant“ oder „Subject 20“ bekannt und wurde von Roger Corman produziert. In 20 Tagen wurde der Film abgedreht. Man sagt, dass die Farbe auf den Kulissen noch während des Drehs nicht ganz trocken war. Tatsächlich sieht das aber alles gar nicht so schlecht aus. Aber worum geht es eigentlich?

Der Abenteurer und Piratenjäger Mike Colby (gespielt von Jesse Vint) erwacht aus dem Kälteschlaf und soll mit seinem Roboter Sam den Planeten Xarbia ansteuern. Dort haben Wissenschaftler eine fantastische Entdeckung gemacht: ein Lebewesen, dass eine intergalaktische Nahrungsmittelkrise beenden könnte. Aber das sog. Subjekt 20 mutiert und tötet zunächst die Tiere und dann die Wissenschaftler. Mike Colby muss das Alien aufhalten, sonst ist alles verloren.

„Forbidden World“ ist das, was „Yor“ für „Conan“ ist. Der Erfolg von „Alien“ hat ebenfalls viele Filmemacher inspiriert einen Sci-Fi-Horrorfilm zu drehen. Natürlich ohne H.R. Gigers Alien, ohne Ridley Scott und ohne Sigourney Weaver. „Forbidden World“ hat dafür das leicht bewegliche, aber umso schleimigere Subject 20, ein Drehbuch von Jim Wynorski (auf den vermutlich die sinnfreien Nacktszenen zurückgehen) und Sets die mal von James Cameron designt wurden (und eigentlich aus dem Film „Galaxy of Terror“ stammen).

Wie bei B-Movies üblich gelten hier eigene Regeln für die Bewertung. Das bedeutet, der offiziellen Bewertung werden weitere B-Punkte (0,5 – 3) hinzugerechnet. Zu den 1,5 Punkten wird so noch +1 hinzugerechnet. Diese +1 setzen sich wie folgt zusammen:
1. 0,25 Punkte für Kulissen, die mal von James Cameron gebaut wurden
2. 0,25 Punkte für Kulissen, die eigentlich dazu da sind, um Essensbestellungen warmzuhalten.
3. 0,25 Punkte für den blutfleckigen Ärztekittel von Dr. Cal Timbergen
4. Die letzte Szene in der Subjekt 20 auf unkonventionelle Art besiegt wird.

Insgesamt kommt „Forbidden World“ somit auf 1,5 Sterne + 1 B-Punkte = 2,5 Sterne.

053 von 150 Filmen für das Jahr 2025.


Der Gott des Gemetzels (2011)

„Der Gott des Gemetzels“ ist ein Kammerspiel von Roman Polanski (basierend auf dem Theaterstück von Yasmina Reza) und inszeniert in 80 Minuten ein echtes Schlachtfeld. Der Grund ist recht banal: Zwei Kinder haben sich geprügelt und nun treffen die Eltern aufeinander. Da wären zum einen Penelope und Michael Longstreet (Jodie Foster und John C. Reilly) und zum anderen Nancy und Alan Cowan (Kate Winslet und Christoph Waltz). Beide Paare haben zahlreiche Konfliktlinien: Zachary Cowan hat Ethan Longstreet verletzt, die Männer nehmen das Problem nicht so recht ernst, Walter hält alles (bis auf seine Arbeit als Rechtsanwalt) für Zeitverschwendung, Michael fühlt sich als Haushaltswarenverkäufer den Upper Class Cowans unterlegen, Penelope und Nancy verachten Michael für seine Hamsterfreisetzung und dann ist da noch Walter am Telefon, der Cobbler, Kokoschka, Cola und Alkohol. Eine explosive Mischung.

Den Film als grandios zu beschreiben ist eine Untertreibung. Es ist ein Drama, eine Satire und Komödie. Ein Blick auf die Irrsinnigkeiten des (Zusammen-)Lebens in der Zivilisation, die nur einen Cobbler weit davon entfernt ist, zu vertieren. Denn genauso wie das Schichtdessert, ist unter der harten Teigschicht der Zivilisation das faule Obst der Gewalt. Alle Scheinheiligkeiten werden bloßgelegt und das Spiel ist so unglaublich auf den Punkt, dass man sich wünscht, immer mehr und mehr zu sehen.

Ich habe den Film bereits dreimal gesehen und die Dialoge sind pointiert bis zur Perfektion. Die Lust am Spiel nimmt man bei allen Beteiligten wahr und alle sind ein Glücksfall für den Film. Der Aufbau aller Konflikte, die nach und nach bloßgelegt werden, ist ein Musterbeispiel für gutes Schreiben und Yasmina Reza (mit Roman Polanski beim Drehbuch) hat mit dem Stück eine fabelhafte Geschichte erzählt. Was mich am meisten daran fasziniert ist der Nachklang des Films. Wer hat denn nun Recht? Sind wir dem Gott des Gemetzels Untertan? Wieder muss ich an Rod Serlings Twilight Zone denken: „The Monster are due on Maple Street“ sind ebenfalls ein Beispiel für menschliches Versagen und zeigt (in kleinerem Format), wie menschliche Zivilisation versagt.

054 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Rezept für einen Cobbler reiche ich beizeiten nach!


Sorceress – Die Mächte des Lichts (1982)

„Sorceress – Die Mächte des Lichts“ bringt die B-Movie-Guckerchen zum Funkeln! Mit Jim Wynorski & Jack Hill (oder Jack Hill + Wynorski – die Credits sind hier widersprüchlich, wer mehr geschrieben hat) am Drehbuch, Jack Hill (bekannt für „Foxy Brown“ und „Spider Baby“) im Regiestuhl und Roger Corman als Produzent, weiß man worauf man sich einlässt.

Traigon ist der übelste aller schwarzbärtigen Zauberer und will sein Erstgeborenes seinem finsteren Gott opfern. Doch alles geht schief und es gibt einen Twist: Die Mutter hat Zwillinge bekommen! Traigon schafft es nicht herauszufinden, welches Kind zuerst geboren wurde und beide zu opfern (oder gar das falsche!), würde den Gott Caligara so richtig abnerven. Und zu allem Überfluss wird Traigon auch noch von der Kriegerin Krona getötet, aber wie Super Mario hat Traigon noch drei weitere Leben und wird in 20 Jahren zurückkehren, um das zu beenden, was er begonnen hat …

*düdelü düdelü düdelü* ZEITSPRUNG *düdelü düdelü düdelü*

20 Jahre später. Die beiden Kinder (die Zwei, die eins sind!) sind nun erwachsene Frauen (Leigh Harris und Lynette Harris) und werden von einem der gruseligsten Kinowesen aller Zeiten beim Baden beobachtet: Pando, der Sartyr (Hufe hoch für David Millbern, der in dieser Rolle aufgeht). Wenn mir Pando bei Mondlicht auf der Straße begegnen würde, würde ich sofort Reißaus nehmen oder/und an einem Herzinfarkt sterben. Gedacht als comic relief, ist er ein echtes Horrorelement. Aber zurück zu Mina und Mara, den beiden Zwillingen.

Die beiden erleben viele spannende Abenteuer und sind mit dem Wikinger-Barbaren Baldar und Pandor unterwegs (den alle scheinbar ins Herz geschlossen haben?!) und treffen in einer Fantasystadt auf den Abenteurer-Barbaren Erlick. Der begleitet sie fortan auf weitere spannende Abenteuer und es gibt ja so viel zu erleben: Die Zwillinge verkleiden sich als Männer (…), Erlick soll gepfählt werden, Affen werfen Bomben und am Ende landet Mara (die Erstgeborene) in Traigons Schloss.

Nun wird es wild, denn magische Kräfte kommen ins Spiel, Untote stehen auf, Baldar und Mira müssen kämpfen, wir rufen VITAL an, woraufhin im Himmel göttliche Wesen miteinander kämpfen und selbst der Grusel-Pandor kommt mit einer Bauernarmee zur Hilfe und rettet den Tag. Mara und Mira stellen sich ihrem Vater Traigon entgegen und am Ende sind aller guten Dinge drei.

Wow. Was für ein Abenteuer. Die Los Angeles Times nannte „Sorceress“ laut Wikipedia „a fairly shabby movie“ und ja, das ist vollkommen richtig. Aber, es ist unterhaltsamer Quatsch und mit weniger nackter Haut, hätte das auch ein Rollenspielabenteuer sein können (wir kennen sicher alle jemanden, der Pandor spielen würde). „Sorceress – Die Mächte des Lichts“ lief gut und danach produzierte Corman „Deathstalker“ und „Deathstalker 2“, ohne Pandor, aber mit weiteren Barbaren-Abenteuern.

Wie bei B-Movies üblich gelten hier eigene Regeln für die Bewertung. Das bedeutet, der offiziellen Bewertung werden weitere B-Punkte (0,25 – 3) hinzugerechnet. Zu den 2 Punkten werden so noch +1,25 hinzugerechnet. Diese +1,25 Punkte setzen sich wie folgt zusammen:

0,25 Punkte für die Affen mit Bomben.
0,25 Punkte für Grusel-Pandor, der mir immer in Erinnerung bleiben wird (leider).
0,25 Punkte für all die Fantasy-Klischees.
0,25 Punkte für VITAL den Mantikor und seine Gegenspielerin, die am Himmel explodiert.
0,25 Punkte für den Dungeon mit den Untoten.

Insgesamt kommt „Sorceress – Die Mächte des Lichts“ somit auf 2 Sterne + 1,25 B-Punkte = 3,75 Sterne.

055 von 150 Filmen für das Jahr 2025.


Der dritte Mann (1949)

Über diesen Film wurde viel geschrieben und darum bleibe ich nur bei drei Dingen, die ich am „Dritten Mann“ besonders mag:

1. Der Schauplatz
Wien ist ein fantastischer Schauplatz. Üblicherweise spielt der Film Noir an amerikanischen Orten, wie L.A. oder New York, aber es gibt wohl kaum eine andere Stadt, die im Film so schöne Schatten wirft wie Wien, das von Carol Reed und seinem Kameramann Robert Krasker eingefangen wurde. Die berühmte Verfolgungsjagd, die hinab in die Kanalisation führt, zeigt sprichwörtlich, wie undurchdringlich die Unterwelt und Harry Limes Leben ist.

2. Die Filmmusik
Anton Karas war ein echter Glücksfall. In den USA ist der Dritte Mann auch als „The Zither Film“ bekannt und ja, diese Melodie ist vermutlich so ikonisch wie viele Stücke von John Williams. Siehe dazu auch das PS weiter unten.

3. Orson Wells
Die meiste Zeit ist es wie mit Poochie und alle fragen sich: „Wo ist Harry Lime? Wo ist Harry Lime?“ Doch wenn man dann Wells als den geheimnisvollen, gierigen Bösewicht sieht, dann sieht man einen verschmitzten Burli, dem man seine Verbrechen gar nicht zutrauen würde. Auch wenn Wells nur eine Nebenrolle hat, ist sein Auftritt im nächtlichen Wien einfach großes Kino. Und dann gibt es ja noch die berühmte „Kuckucksuhr-Rede“, im Grunde eine Huldigung an den Gott des Gemetzels.

055 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Dü-del dü-del dü
dü-dü
Dü-del dü-del dü
dü-dü


Hundstage (1975)

Wenn die Hitze nicht auszuhalten ist und das Sternbild Canis Major (Großer Hund) zu sehen ist, dann beginnen die „Hundstage“. Sie liegen zwischen dem 23. Juli und dem 23. August. Es sind heißesten Tage des Sommers. Ray Bradbury schrieb in „Shopping for Death“ über zwei statistikinteressierte Versicherungsvertreter, die die Hitze mit menschlichem Wahnsinn und einer Steigerung der Mordrate in Verbindung brachten. Sidney Lumet griff hingegen eine wahre Geschichte auf und inszeniert eine menschliche Katastrophe, nach einem Drehbuch von Frank Pierson.

Sonny (Al Pacino, der für die Rolle brennt) versucht mit seinen beiden Kumpels eine Bank in New York auszurauben. Der erste Typ kann das Ding nicht durchziehen und steigt noch am Anfang aus. Nun sind Sonny und Sal (John Cazale) allein und alles geht den Bach runter. Sonny muss allein alle Probleme lösen, mit der Polizei reden und immer wieder Entscheidungen treffen. Sal ist eindeutig mit der Gesamtsituation überfordert. Geradezu fürsorglich kümmert sich Sonny um ihn. Und während in der Bank die Situation immer unaushaltbarer wird, ist vor der Bank ein regelrechter Jahrmarkt. Die Polizei rückt in Hundertschaften an, das FBI hält sich zunächst zurück, reißt dann aber den Fall an sich und am Rand stehen Schaulustige, Fans, Demonstranten und Krawallmacher, angeheizt von den Medien. Journalisten stürzen sich auf das Elend und berichten fieberhaft über jede Bewegung der Geiselnehmer. Das der Film auf wahren Begebenheiten beruht erinnert mich an die Gladbecker Geiselnahme, die ähnlich versagend von den Medien begleitet und befeuert wurde.

Lumets Film ist so beeindruckend wie vielschichtig. Was fängt man an mit den Geiselnehmern? Das Versagen ist geradezu eine absurde Komödie. Perfekt (!) inszeniert und gespielt sieht man das in der Szene, in der Sonny versucht sein Gewehr aus der Geschenkbox zu befreien. Er verheddert sich, die Waffe lässt sich schlecht greifen, aber trotzdem muss er ja eine Bedrohlichkeit ausstrahlen und bellt die überraschten Bankmitarbeiterinnen an, während das Gewehr irgendwohin zielt. Das ist genauso faszinierend, wie Pacino den Druck spürbar macht, dem Sonny ausgesetzt ist. Sonny ist bewaffnet, er hat Macht und trotzdem listet der Bankdirektor Mulvaney (Sully Boyar) ihm seine Fehler auf. Er lässt Sonny als Telefon gehen, die Polizei schubst Sonny herum und hält sich nicht an Absprachen und dann ist da noch Sonnys Familie, seine Frau und seine große Liebe Leon (gespielt von Chris Sarandon). Ich habe nur darauf gewartet, dass bei Diktieren des Zitats die Bankangestellte noch seinen Ausdruck korrigiert. Sonny ist einfach verloren. Er rechnet mit seinem Tod, aber zum Schluss bekommt verliert er nicht sein Leben, aber er hat den Anschluss verloren. Die Geiseln liegen sich in den Armen, Sonny liegt allein auf der Motorhaube des Wagens. Ich fühlte mich an Büchners „Woyzeck“ erinnert, wo die titelgebende Figur auch von allen ausgenutzt und demütigt wird, bis sich alles in einer Katastrophe entlädt.

Was mir bei „Hundstage“ besonders gefällt ist Lumets effektarme, aber spannende Inszenierung, ohne jede Form von Übererzählung. Das Homosexualität und Transsexualität ohne Effekthascherei oder Stereotypen erzählt wird, ist beeindruckend modern. Das New-Hollywood-Kino der 70er Jahre lässt einen einfach nicht los.

057 von 150 Filmen für das Jahr 2025.


Im Bann des Kalifen (1979)

„Im Bann des Kalifen“ gehört zu einer Reihe von Abenteuerfilmen, die zunächst bei Amicus und erschienen, aber nach 1977 unter EMI bzw. Orion Pictures veröffentlicht wurde. Der Film hatte das höchste Budget dieser Abenteuerreihe, war aber nicht so erfolgreich wie die anderen Filme der Reihe (darunter zählen: The Land That Time Forgot, At the Earth’s Core, The People That Time Forgot und Warlords of Atlantis). Dabei ist „Im Bann des Kalifen“ ein rundum unterhaltsames Abenteuermärchen aus Tausendundeiner Nacht.

In der verwinkelten und sprudelnden Stadt Jadur herrscht der Kalif Alquazar (Christopher Lee). Die Bewohner fürchten ihren Kalifen, denn seine Gesetze sein grausam und wer sich nicht daran hält, wird schnell mit dem Tode bestraft. So geht es auch Prinz Hassan (Oliver Tobias), der sich nach Jadur aufgemacht hat, um Prinzessin Zuleira (Emma Samms) zu heiraten. Der Gefangene Prinz dem Kalifen vorgeführt und dieser ist gar nicht begeistert von Hassans Ambitionen. Aber Alquazar erkennt die Möglichkeiten und nutzt den Prinzen als Spielfigur in seinem großen Plan, um die magische Rose zu erbeuten. So sendet der Kalif den abenteuerlustigen Prinzen auf eine Queste und gibt ihm seinen Diener Khasim mit (Milo O’Shea), der die Rose notfalls auch stehlen soll. Durch Zufall wird auch der Waisenjunge Majeed (Puneet Sira) in das Abenteuer verstrickt und er begleitet die beiden.

Ein märchenhafter Plot, gute Spezialeffekte und besonders großartige Miniaturen und Puppen auf fliegenden Teppichen machen den Film zu einem echten Vergnügen. Wir haben einen Dschinn, magische Pfirsichkerne, den bösen Kalifen der über der (Modellbau-) Stadt steht („Ja, ja, alles meins, alles meins!“), Mickey Rooney in einer seltsamen Rolle, tolle Kostüme und einen Luftkampf mit Thunderbird-Menschen auf tollkühnen fusseligen Fußbodenbelägen.

Das alles ist eine große Mischung aus Themen und Figuren aus der Literatur und aus Filmen wie „Der Dieb von Bagdad“ oder „Sindbad“. Spaßig und mit viel Liebe zum Detail.

058 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
In diesem Film treffen Peter Cushing und Christopher Lee zwar nicht aufeinander, aber der Kalif hat Cushing bzw. Wazir Al Wuzara ins Gefängnis geworfen, wo Prinz Hassan ihn trifft.

PPS
Laut Wikipedia war Christopher Lee so begeistert von Brian Hayles Skript, dass er wieder nach England zurückkehrte, um die Rolle des Kalifen zu spielen.

PPPS
Rollenspielerisch betrachtet ist der Film besonders sehenswert!


Kramer gegen Kramer (1979)

„Kramer gegen Kramer“ ist ein Familiendrama aus dem Jahr 1979 von Robert Benton, nach dem Roman von Avery Corman. Mit Oscars ausgezeichnet für Bester Film, Bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin, beste Regie und bestes adaptiertes Drehbuch.

Die Geschichte dreht sich um Joanna und Ted Kramer und ihren Sohn Billy. Joanna (Meryl Streep) will mehr vom Leben und trennt sich von Ted (Dustin Hoffmann). Billy bleibt bei seinem Vater und dieser versucht irgendwie Job und Alltag zu bewältigen. Zwischen Schulaufführung, Frühstück, Job und Jobverlust kommt dann noch der Sorgerechtsstreit, als Joanna zurück nach New York kommt. Die Auseinandersetzung ist für beide Seiten zermürbend und die engagierten Anwälte kennen keine Zurückhaltung.

Ich habe den Film nie zuvor gesehen. Ich erinnere mich, dass meine Eltern den Film als Videokassette hatten, mit einem selbstgeschriebenen Etikett und aufgezeichnet aus dem Fernsehen. Angesehen habe ich ihn nie und die Videokassette ist mittlerweile schon längst Asche. Es fällt mir auch schwer, mich in die späten 70er Jahre reinzudenken, als die „Ideen über Mutterschaft und Vaterschaft sich veränderten“, wie man bei Wikipedia nachlesen kann. Heute wirkt der Film deutlich harmloser, die Schauspielleistung von Streep und Hoffmann sind natürlich noch immer sehenswert und das Drama im Gerichtssaal ist wirklich greifbar. Der Blick auf die damals ungewöhnliche Rolle des alleinerziehenden Vaters und auch Teds Entwicklung wird wunderbar durch den „French Toast“ am Anfang und am Ende gezeigt. Das ist „show, don’t tell“ in Reinform.

Besonders gefallen hat mir die Neugier herauszufinden, was als nächstes passiert. Ich habe mich nie gelangweilt, denn auch wenn man „nur“ den Alltag der Familie Kramer verfolgt, ist alles hervorragend inszeniert und man will einfach wissen, wie es weitergeht. Auch kann man als Zuschauer nicht sagen, wer denn jetzt im Recht ist und wo Billy aufwachsen soll. Das moralische Dilemma verfolgt einen durch den Film und man wechselt durchaus seine Seiten.

059 von 150 Filmen für das Jahr 2025.


Generale – Anatomie der Marneschlacht (1977)

Sebastian Haffners Dokumentarspiel über die Generale und Autoritäten, die in der Schlacht an dem Fluss namens Marne beteiligt sind, ist spannend, lehrreich und (das mag überraschen) kurzweilig. Ich hätte mir das noch viele weitere Minuten ansehen können, denn nach den letzten Aussagen aller Beteiligten, wollte ich noch etwas mehr hören, schließlich sind wir erst im ersten Jahr des Großen Krieges. Aber beginnen wir am Anfang:

Die Marneschlacht ist eine der Entscheidungsschlachten im Ersten Weltkrieg. Wir schreiben das Jahr 1914. Wir befinden uns in Nordfrankreich. Die Frontlinie im Westen ist bereits zu einem Stellungskrieg geworden (man denke an Verdun), doch es könnte der deutschen Armee gelingen durchzubrechen. Das würde die Wende einleiten. Doch der Durchbruch scheiterte. Warum er scheiterte, versucht dieser Film zu erklären. Dabei wird die französische Sicht, die britische und die deutsche miteinander in eine Erzählung verwoben, die aus vielen Protokollen und O-Tönen besteht, die eindrucksvollen von den Schauspielern zum Leben erweckt werden. Zwischendurch erklärt Haffner die Lage und ordnet Personen und Entscheidungen ein. Die Unklarheiten und Ratlosigkeiten, mit welcher die Heeresleitungen oft Entscheidungen trafen, lässt mich wieder an „The Fog of War“ zurückdenken. Allein die Tatsache, dass Befehle von oben eben nicht immer erfüllt werden, zeigt, dass Macht wie ein Girokonto betrachtet werden muss. Je mehr Moltke mit Macht seine Entscheidungen durchsetzt, desto weniger Macht hat er am Ende – egal ob es eine Befehlskette gibt. Denn was man nicht vergessen sollte: die oberste Heeresleitung ist weit weg von der Front und wird allein durch Telefonate, Telegramme und Berichte auf dem Laufenden gehalten und nach denen müssen Entscheidungen getroffen werden, die für Abertausende über Leben und Tod entscheiden.

„Generale – Die Anatomie der Marneschlacht“ ist so intelligent und spannend gemacht, dass ich gar nicht aufhören konnte das weiterzuempfehlen. Der WDR hat 1977 mit Sebastian Haffner und dem Regisseur Franz Peter Wirth ein echtes Glanzstück geschaffen, dass man heute nur noch bei Youtube findet. Ich verstehe gar nicht, warum so etwas nicht dauerhaft in den Medientheken zu finden ist.

060 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

Der Beitrag 150 Filme in 2025 – Der April erschien zuerst auf Irgendwas mit Dungeons.

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  • Irgendwas mit Dungeons: 150 Filme in 2025 – Der Februar
    Der Februar ist – wir kennen das alle – kurz und ich habe 19 Filme geschaut (wobei hier vier kurze Filme von weniger als 60 Minuten dabei waren, was ich bei meiner 150-Filme-Herausforderung berücksichtigen werde). Für Conan fehlte noch das Review, was ich mit diesem Blogbeitrag nachreiche. Wer ansonsten wissen will, was ich hier tue kann das im ersten Beitrag nachlesen und im Podcast nachhören. 02. Februar – Conan der Barbar (1983) Es ist schon so viel über „Conan der Barbar“ geschrieben worden,

Irgendwas mit Dungeons: 150 Filme in 2025 – Der Februar

02. März 2025 um 14:51

Der Februar ist – wir kennen das alle – kurz und ich habe 19 Filme geschaut (wobei hier vier kurze Filme von weniger als 60 Minuten dabei waren, was ich bei meiner 150-Filme-Herausforderung berücksichtigen werde). Für Conan fehlte noch das Review, was ich mit diesem Blogbeitrag nachreiche. Wer ansonsten wissen will, was ich hier tue kann das im ersten Beitrag nachlesen und im Podcast nachhören.

02. Februar – Conan der Barbar (1983)

Es ist schon so viel über „Conan der Barbar“ geschrieben worden, was soll man da noch hinzufügen? John Milius Film ist genrebildend und noch immer optisch, wie akustisch ein Feuerwerk. Wie viele Epigonen dieser Film nach sich gezogen hat, geht auf keine Schlangenhaut. Alle dachten sich „Ach, das kann ja nicht so schwer sein: Muskeln, Schweiß und Schwerter – das können wir auch!“ und alle sind gescheitert, selbst die späteren Filme mit Schwarzenegger erreichen nicht die Klasse von Milius Film und nach „Conan der Barbar“ kommt lange nichts. Vielleicht ist dieser Film ein typischer Fall von „lightning in a bottle“, etwas das es eigentlich nicht geben dürfte.

Das beginnt mit Basil Poledouris. Seine Musik ist so grandios, dass sie den Film geradezu adelt. Ich denke „Anvil of Crom“ ist so ikonisch wie die John Williams Themen von Indiana Jones, Jurassic Park oder Star Wars. Poledouris ist ein echter Glücksfall für Conan und gleiches gilt für Milius. John Milius, nach eigenen Aussagen immer ein Außenseiter in Hollywood, war schon in den 70ern an Conan interessiert. Er bringt Howards Geschichten mit Nietzsche zusammen, schöpft aus Bildern aus dem „Ring der Nibelungen“ (die Kreuzigungsszene) und stellt natürlich Conans Suche nach dem Geheimnis des Stahls in den Mittelpunkt der Geschichte. Wer sich mehr für Milius Arbeit und das „Making oft“ interessiert, sollte auf alle Fälle das Audiokommentar anhören, dass gute Einblicke gewährt. Fraglos ist Milius ein kontroverser Regisseur, aber seine Interpretation von Conan (und es ist nur eine von vielen) vermag mich zu begeistern.

Der Conan den wir in diesem Film sehen, hat nicht so viel gemein mit dem Conan aus den Romanen von Robert E. Howard. In den Geschichten ist er gewandt wie ein Panther und keineswegs nur ein großer Muskelberg voller Kraft. Er ist humorvoll, aufmerksam, ein geborener Anführer und charismatisch. Doch die Präsenz von Schwarzenegger, eingefangen von Milius, ist auch nicht vollkommen unpassend. Schwarzenegger gibt dem Charakter durchaus Tiefe, der Humor ist auch da und es passiert mehr in seinem Spiel, als bloßes kämpfen und in die Weite blicken. Natürlich kann der junge Schwarzenegger (mit wenigen Dialogen) es nicht mit James Earl Jones als Thulsa Doom aufnehmen. Schauspielerisch ist Jones natürlich ein Bösewicht, von dem man sich nicht abwenden will und der Conan jenseits des Schlachtfeldes haushoch überlegen ist. Er ging einen anderen Weg als Conan, suchte zunächst nach dem Stahl, doch fand, dass der Stahl nichts ist, im Vergleich zum Fleisch, was den Stahl führt und auf seine Untergebenen, die ihm blind vertrauen. Das ist Thulsa Dooms Antwort auf das Geheimnis des Stahls. Conan hingegen vertraut auf den Stahl und sich selbst, widersteht so Thulsa Dooms Charisma und seinem Kult und schlägt dem Oberhaupt den Kopf ab.

Ein letzter Gedanke noch zum Setting und den Tricks. Wie gut dieser Film auch heute noch aussieht (einzig der Start fällt etwas ab, wegen der Rückprojektion)! Die weiten Landschaften, die Stufenpyramiden, der Schlangentempel, das „Wheel of Pain“ – letzteres könnte auch aus einem Italo-Western stammen. Die große Schlange ist wunderbar, die Verwandlungsszene von Tulsa Doom hat ein bisschen von ihrem Effekt verloren, ist aber immer noch ein gutes Beispiel für die wunderbare Welt der praktischen Effekte. Der ganze „Look“ von „Conan der Barbar“ lässt mich nach all diesen Jahrzehnten noch immer staunen.

Auch wenn Conan nach simpler Kost anmutet, sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Es ist einer der besten Fantasy-Filme, die wir haben. Ja, er ist grober und roher als spätere Vertreter des Genres, aber das macht für mich den Charme aus.

012 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

02. Februar – Wizardry (1991)

Ein Kurzfilm mit etwa 50 Minuten, der die bekannte Videospielreihe Wizardry als Anime umsetzt. Genauer gesagt das erste Videospiel: Wizardry: Proving Grounds of the Mad Overlord aus dem Jahr 1981.

Wizardry ist groß in Japan. Als die Rollenspielreihe in den USA langsam an Bedeutung verlor, gab es in Japan noch immer neue Ableger der Reihe mit immer neuen Dungeons und Herausforderungen. Es gibt sogar Jugendromane, Manga, Pen-&-Paper-Rollenspiele und eben diesen Film. Neugier brachte mich zu Wizardry und ich wurde nicht enttäuscht.

Es macht Spaß der Gruppe bei ihrem Dungeoncrawl zuzusehen. Die Gruppe muss einige Herausforderungen nehmen, um endlich auf Werdna, den bösen Zauberer auf der 10. Etage des Dungeons zu treffen. Darunter sind seltsame Begegungen mit Dämonen, ein bösartiger Harlekin, Untote und Geheimtüren. Ein klassisches Dungeonabenteuer, gut in szene gesetzt.

Leider ist der Film zu kurz. Ich würde wahnsinnig gern mehr davon sehen und bekam gleich Lust Record of Lodoss War noch einmal zu gucken. Natürlich gibt es noch Delicious in Dungeon, aber kennt jemand einen Dungeoncrawl-Film aus dem Anime-Bereich?

013 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Auch wenn es nur 50 Minuten waren, trage ich den Film in die Liste ein, mir ist aber bewusst, dass er nur zur Hälfte als ganzer Film gilt.

 


 

09. Februar – The Fog of War (2003)

Clausewitz spricht vom Kriegsnebel, einem Zustand der Ungewissheit bei der Kriegsführung. Robert S. McNamara – Verteidigungsminister unter Kennedy und Johnson – greift diese Formulierung zum Ende des Dokumentarfilms auf: Erst in der Rückschau gelingt es, Dinge besser zu erkennen. Ich habe den Film schon einmal gesehen, aber das ist viele Jahre her. Zwischenzeitlich ist die vielbeachtete Dokumentation „The Vietnam War“ von Ken Burns erschienen (die ebenfalls empfehlenswert ist), die ebenfalls einen Einblick in Entscheidungen und Abläufe dieser Katastrophe gibt.
„For of War“ zeigt durch die Augen McNamaras ein Blick auf das 20. Jahrhundert. Die Einblicke und Schlussfolgerungen der Kuba-Krise sind beängstigend. Weitaus schrecklicher sind die Beschreibungen über Vietnam. Insofern ist der Titel des Dokumentation von Errol Morris gut gewählt. Die Reflektionen McNamaras auf seine eigenen Entscheidungen sind durchaus kontrovers, die elf Lektionen, die Morris aus dem langen Interview mit McNamara destilliert hat, sind aber reflektiert und geben einen guten Einblick in die Denke des ehemaligen Verteidigungsministers. In Anbetracht der aktuellen politischen Lage, helfen die 11 Lektionen vielleicht dabei die Welt besser zu verstehen.

Fun Fact: Die DVD ist so alt, dass sie von der Playstation 5 nicht mehr abgespielt werden kann,

014 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

10. Februar – The Mothman Prophecies (2002)

Es gibt bei der TV Spielfilm (kann man bei Wikipedia nachlesen) eine kurze Rezension zu diesem Film: „Du kriegst die Motten! Bildstarker Grusel.“ Gut getroffen.
Ich habe „The Mothman Prophecies“ schon ein paar Mal gesehen, aber wann ich zuletzt die Bluray einlegte, kann ich nicht sagen. Es ist ein Film über Obsessionen, über den Politik-Reporter John Klein (Richard Klein), der in unerklärliche Situationen verwickelt wird und sich zu tief darin verstrickt.
Der Film von Mark Pellington (der übrigens auch den schönen „Arlington Road“ gemacht hat, den ich auch schon lange nicht mehr gesehen habe) besitzt eine dichte Stimmung. Die winterliche Kälte mit ihrer die grau-blaue Tristesse (kontrastiert von einem leuchtenden rot – eine beständige Warnung) in Washington und Point Pleasant ist hervorragend in Szene gesetzt.
Was ich besonders an diesem Film mag sind die seltsamen, unerklärlichen Ereignisse: Das dreimalige nächtliche Klingeln, die Telefonanrufe, Augenzeugenberichte von glaubwürdigen Leuten oder das Treffen von Indrid Cold (was für ein seltsamer Name!) und Gordon Smallwood (schön gespielt von Will Patton), Allein das nächtliche Ereignis ist so seltsam, dass es eine ungebrochene Faszination auf mich auslöst. Zugleich kommt ein weiterer Horrorfaktor hinzu: Der nächtliche Anruf. Je älter man wird, desto grusliger sind nächtliche Anrufe, da sie eigentlich immer ungute Ereignisse ankündigen. „The Mothman Prophecies“ besitzt eine alptraumhafte Atmosphäre, die bei weitem nicht so stark ist wie Lynchs Alpträume in Lost Highway oder Mulholland Drive, aber die mich dennoch anfasst. Das Abgleiten von John Klein ins Okkulte ist sehr gut eingefangen und er droht sich im Unerklärlichen zu verlieren.

Seinerzeit waren die Kritiken zwiespältig, wie man auf Wikipedia nachlesen kann. Ich finde „The Mothman Prophecies“ erstaunlich zeitlos und für Gruselsuchende ist Pellingtons Film durchaus einen Blick wert. Für mich gehört er alle Mal in ein gut kuratiertes Filmregal.

015 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

11. Februar – Sörsensen hat Angst (2020)

„Sörensen hat Angst“ ist deutlich abgründiger, als ich ihn in Erinnerung hatte. Ich habe den Film 2021 gesehen, aber hatte die Komödie deutlich mehr in Erinnerung als die Ernsthaftigkeit. Der Film von Bjarne Mädel (mit Drehbuch von Sven Stricker, der auch die gleichnamige Romanreihe verfasst hat – zu der es übrigens auch ein Radiohörspiel gibt) ist ein gutes Beispiel dafür, dass deutsche Kriminalgeschichten auch clever erzählt werden können. Sörensen ist einer dieser Leuchttürme im deutschen Film, von denen wir durchaus mehr vertragen können. Die Geschichte nimmt die Zuschauenden ernst, wiederholt nicht ständig die Sachverhalte, hat keine Übererklärungen (Man denke nur an Dialoge bei Derrick: Sind sie der Vater? Ich, der Vater? Ja, sie. Nein, der Vater bin ich nicht.) und man hört auch das Drehbuchpapier nicht rascheln, wenn Menschen miteinander reden. Eine bemerkenswerte Leistung und toll von den Schauspielerinnen und Schauspielern gespielt. Es macht Spaß – und ist zeitgleich schrecklich – den Pfaden der Geschichte zu folgen. Die Surrealität von Sörensens Angststörung lässt ganz leichte Twin Peaks-Töne anklingen, ohne sich zu sehr nach vorn zu drängen. Ich freue mich auf den zweiten Fall „Sörensen fängt Feuer“ und hoffe, dass diese Filmreihe weitergeht.

016 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

14. Februar – Lost Highway

David Lynch war einer der wenigen Regisseure, der mich wirklich mit seinen Filmen verängstigen oder vielmehr aufwühlen konnte. Die Traumartigkeit von „Lost Highway“ ist so beeindruckend in Szene gesetzt, dass man fühlt, wie die Wirklichkeit langsam entgleitet. So ähnlich muss sich auch Fred Madison (toll gespielt von Bill Pullman) fühlen, der sich immer mehr auf dunklen Wegen verirrt. Die ersten 20 Minuten von „Lost Highway“, alles in was in der Wohnung der Madisons spielt, die Beziehung zwischen Frank und Renée Madisons (fabelhaft von Patricia Arquette zum Leben erweckt) und dann anschließend die Szene auf der Party bei Andy ist perfekt inszeniert. Wie schön ist das gemacht, dass man all diese subtilen Hinweise bekommt, dass die Liebesbeziehung der Madisons bei weitem nicht harmonisch ist und wir bekommen es gezeigt, nicht erklärt.
Es ist schon länger her, seit ich das letzte Mal Lost Highway gesehen habe, aber diese ersten 20 Minuten haben mich seinerzeit so sehr in den Bann geschlagen, dass ich Jahre später noch immer daran denken muss. Das Gefühl, dass jemand das Haus betritt und Videoaufnahmen macht, der schwarze Korridor im Haus, die Unmöglichkeit mit jemandem zu reden, der gleichzeitig meilenweit entfernt in meiner Wohnung das Telefon abnimmt – das ist gruseliger und unerklärlicher als zahllose Horrorfilme mit ihren „Jump Scares“. Es ist makellos. Dann folgt der Bruch und wir schlüpfen in die Rolle von Pete Dayton und verfolgen sein Leben. Ebenfalls toll inszeniert, aber auf eine andere Art. Wir sehen wie sich ein Hardboiled-Noir-Kriminaldrama als Dreiecksbeziehung entwickelt und wie alles in Chaos und Gewalt endet, was wiederrum Frank Madison zurückbringt und den Film zum Ausgangspunkt zurücktransportiert.

„Lost Highway“ ist eine abgefahrene Geschichte in eine abgründige Ecke der Welt, vielleicht die nächste Abbiegung hinter dem Schild mit der Ausfahrt „Twilight Zone“. Er gehört zu meinen Favoriten von Lynch und dank Cast und Musik ist der Film ein Roadtrip in die Finsternis, der wirklich nichts von seiner Faszination verloren hat.

017 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Ein Beispiel für einen „derrickartigen“ Dialog findet man in Lost Highway, in der Szene, wo die Polizisten die Madisons befragen.

PPS
Dick Laurent ist tot.

 


 

14. Februar – Raptor (2001)

„Raptor“ könnte auch „Frankensteins Raptor“ heißen, denn es kommt nicht nur ein verrückter Wissenschaftler (namens Dr. Hyde) vor (der ein Ed-Harris-Truman-Show-Cosplayer ist), nein der Film von Jim Wynorski ist auch ein lebloses Ding zusammengesetzt aus Einzelteilen von anderen Dinosaurier-Filmen (namentlich die Carnosaurus-Trilogie ebenfalls von Roger Corman produziert). Künstlerisch könnte man hier auch von einer Collage sprechen, so zerschnitten und zusammengeflickt sind die Szenen, gerade zum Filmende hin. Die Dialoge sind stellenweise unterhaltsam, die Raptor und Dino-Puppen sind gummitastisch, das Schauspiel ist stellenweise vorhanden, aber alles ist weit davon entfernt so richtig B-unterhaltsam zu sein. Ich glaube das ist das mein größtes Problem mit Raptor, er funktioniert zwar als Film, erzählt durchaus eine Geschichte, aber es fehlt einfach die Unterhaltung. Es gibt außerdem eine Erotikszene, die aus fünf Einstellungen besteht, aber ca. 8 Minuten lang ist und genauso zusammengfügt ist, wie der ganze Film. Das ist in seiner Redundanz wirklich so befremdlich und läßt darauf schließen, dass man irgendwie auf eine gewisse Filmlänge kommen wollte. Insgesamt reißen es die wenigen Lacher nicht heraus.

Für die Bewertung gilt: Der offiziellen Bewertung werden weitere B-Punkte (0,5 – 3) hinzugerechnet. Insgesamt kommt Raptor so auf 0,5 Sterne + 0,5 B-Punkte (und zwar nur wegen den Gummidinos) = 1 Stern.

018 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

15. Februar – Cinema Perverso (2015)

Eine Dokumentation über „Bali“ – Bahnhofslichtspiele oder Bahnhofskinos. Die Dokumentation ist gut gemacht und beschreibt den Aufstieg und Untergang dieser Kinos und der Filme, die dort gezeigt wurden. Aufgrund der Kürze von weniger als 60 Minuten, wird jedes Genre aber nur angerissen, was natürlich bedauerlich ist. Trotzdem sieht man hier ein paar Bruce-Lee-Exploitation-Filme, „Macho Man“ mit René Weller oder auch den Russ Meyer Streifen „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“, der von Jörg Buttgereit vorgestellt wird. Und auch wenn mir „Schulmädchenreport“ ein Begriff war, so war mir „Bademeisterreporter“ als Filmreihe doch neu. Man lernt also nie aus.
Interessant war es auch, dass das Bahnhofskinos ein vorwiegend (west-) deutsches Phänomen waren.

Wieder mit Beteiligung von Arte hergestellt – Einfach der beste Sender!

019 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Der Film ist nur 50 Minuten lang. Das wird bei den 150 Filmen natürlich beachtet.

 


 

15. Februar – Abgedreht – Be Kind Rewind (2008)

„Abgedreht“ dreht sich um die Probleme eines kleinen Unternehmens, das nicht mehr so recht ins Viertel passt, zeigt uns die Liebe zum Film und die Faszination des Filmdrehs. Da alle Videos gelöscht wurden, müssen Mike (Mos Def) und Jerry (Jack Black) die Filme nachdrehen. Wer würde das schon merken?! Das die beiden direkt mit Ghostbusters starten ist natürlich genial (noch ein Film, über die ein kleines Unternehmen) und die „geschwedete“ Fassung ist wundervoll inszeniert. Dank dieser Neuinterpretation von Ghostbusters wollen immer mehr Leute aus der Nachbarschaft ihren Lieblingsfilm geschwedet sehen. Aber wie gelingt es Blockbuster mit wenig Budget herzustellen? Den kreativen Lösungen zuzuschauen ist ein großer Teil des Spaßes von „Abgedreht“ – wie gelingt es Rush Hour 2 zu inszenieren oder die Autotunnel-Szene von Men in Black?

„Abgedreht“ ist herzlicher Film, der mit viel Sympathie eine Geschichte übers Kino (und Jazz!) erzählt. Mos Def, Jack Black, Danny Glover und Melonie Diaz sind ganz fabelhaft. Die Geschichte ist auch deutlich tiefer, als man auf den ersten Blick vermutet. Es ist auch ein Film über den stetigen Wandel, der alles hinwegwischt und Erinnerungen auslöschen kann, genauso wie all die Videofilme in Mr. Fletchers Laden gelöscht wurden. Doch gemeinsam kann es gelingen, die Erinnerungen am Leben zu halten. Gemeinsam dreht die Nachbarschaft „Robocop“ nach oder die Lebensgeschichte von Fats Waller.

Ich mag diesen Film sehr, hab ihn vor vielen Jahren auf Arte gesehen und auch hier ist es schon wieder ein paar Jahre, seit ich ihn zuletzt gesehen habe. Die Erinnerungen waren schon etwas verblasst, umso dankbarer bin ich für die DVD in meiner Sammlung. Ansonsten müsste man wohl eine geschwedete Fassung herstellen.

020 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

16. Februar – Meridian – Der Kuss der Bestie (1990)

„Meridian – Der Kuss der Bestie“ sieht fraglos gut aus. Das Schloss und der Skulpturengarten sind toll, das Kostüm der Bestie ist gelungen (kein Wunder, es stammt aus Coppolas Dracula-Verfilmung) und der Film verbreitet eine düstere märchenartige Stimmung. Aber … wie können diese 85 Minuten so wirr und undurchschaubar sein?! Die Figuren und ihre Beweggründe werden unzureichend vorgestellt, ständig erwischt man sich dabei, dass man sich fragt „Warum tut sie das?“ „Warum ist diese Frau jetzt ein Geist?“ oder einfach nur „WTF?!“ Die Tagline des Films lautet: „Seduced by something else than human… In love with something more.“ Von „Verführung“ würde ich hier nicht gerade sprechen … In einem anderen Review las ich etwas von „Rapey-Werewolf“ – was die Tatsache deutlich besser trifft.

Der Film möchte etwas sein, das spürt man. Im positivsten Sinne würde man von „traumartig“ sprechen – eine Ausrede für Inkohärenz. wenn man den Film nacherzählt, würde man automatisch Beweggründe mit Sinn versehen und Informationen in die richtige Reihenfolge schieben, damit jemand anderes der Handlung folgen kann. Aber nicht der Regisseur Charles Band! On nein, er verteilt lieber mit der Gießkanne überall im Filmverlauf diese Informationen und man versteht erst in der Rückschau was hier passiert oder vielleicht ist „verstehen“ auch das falsche Wort. Man erahnt, was die Aussage ist. Am Ende ist es auch irgendwie egal, wer hier wen mit der Armbrust erschießt, was während der Restauration des Gemäldes freigelegt wird und warum Catherine und die freundliche (???) Bestie Oliver füreinander vorherbestimmt sind und wohin sie dann gehen.

Ich kann verstehen, warum man sich davon überzeugen möchte, diesen Film zu mögen. Typischer Fall von Stockholm-Syndrom. Da sind doch so viele Dinge, die man mögen kann! Die alterslose Schaustellertruppe, die aus dem Nebeltor tanzt, die Werwolf-Bestie und Monster, die von einem Magier in Stein verwandelt wurden. Dazu eine Geistergeschichte und ein uraltes Gemälde, das immer mehr Geheimnisse offenbart. Die Zutaten sind doch da, aber insgesamt ist das einfach kein kohärenter Film.

Für die Bewertung gilt: Der offiziellen Bewertung werden weitere B-Punkte (0,5 – 3) hinzugerechnet. Insgesamt kommt „Meridian – Der Kuss der Bestie“ so auf 1 Stern + 1 B-Punkt (Schauplätze und Monster mit je 0,5 Sterne) = 2 Stern.

021 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

16. Februar – The Greatest Showman

Ich bin kein Musical-Fan, aber der Film ist gut und beschwört eine wunderbare Zirkusatmosphäre herauf. Das liegt natürlich an einem charismatischen Hugh Jackman, aber auch all die anderen Mitwirkenden sollten nicht unerwähnt bleiben. Der Film ist aber auch ein Märchen, der tatsächliche P.T. Barnum war ein anderer Mensch. Aber als Feel-Good-Film taugt „The Greatest Showman“ alle Mal.

Mir fällt es schwer, hier eine sinnvolle Bewertung zu verfassen, da der Film gar nicht in mein Filmgenre fällt. Ich bin aber trotzdem froh ihn gesehen zu haben, auch wenn ich vermutlich keinen der Songs nachsummen könnte.

022 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

18. Februar – Wege zum Ruhm (1957)

„The men died wonderfully.“ Was für ein Film! „Wege zum Ruhm“ von 1957 ist zeitlos. Kubrick inszeniert das Große Sterben im Ersten Weltkrieg makellos, unmenschlich und grausam. Die Absurditäten eines gänzlich entkoppelten Generalstabs ist so gut in Szene gesetzt, das man unweigerlich vom Sessel aufspringen will bei all dieser Ungerechtigkeit. Die Blasiertheit von Brigadegeneral Paul Mireau (wunderbar gespielt von George Macready) ist einfach unfassbar. Die Gespräche zwischen Mireau und dem Divisonsgeneral Georges Broulard (genauso gut gespielt von Adolphe Menjou) sind unvergleichlich. Weigert sich Mireau zu Beginn des Films noch zunächst einen aussichtslosen Hügel zu stürmen, wechselt er schnell die Seiten, als ihm von Broulard eine Beförderung in Aussicht gestellt wird. Was sind schon die Leben von ein paar Soldaten gegen ein neues Rangabzeichen und der damit verbundene Ruhm?

Kirk Douglas spielt Colonel Dax, einen Strafverteidiger der versucht das Leben dreier Soldaten zu retten, die stellvertretend für eine ganze Division zur Rechenschaft gezogen werden soll. Feigheit wird ihnen zur Last gelegt, in einem Krieg der eine einzige Mördergrube ist. In diesem Krieg gibt es keinen Ruhm zu erringen, es ist eine menschliche Katastrophe die außer Kontrolle geraten ist. Grotesk erscheint die Gerichtsverhandlung, die ein reiner Schauprozess ist. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit wird den drei Männern angetan und wie Dax sagt, schämt man sich ein Mensch zu sein.

Die Inszenierung von Kubrick ist fabelhaft. Die Kamerafahrt durch den Graben ist bedrückend. Grau in grau reihen sich die Soldaten aneinander, gedankenverloren auf dem Weg in die Schlacht und ins Grab. Ein wahrer Totenzug. Dazu die Explosionen des Artilleriefeuers bei denen Col. Dax nicht mal zuckt, die Angriffe im schlammigen, stacheldrahtüberwucherten Niemandsland, die enge in den Barracken und Unterständen und dagegen die feinen, weitläufigen Paläste der militärischen Führung und der prachtvolle Gerichtssaal. Show don’t tell.

Ich habe „Wege zum Ruhm“ schon einmal gesehen, allerdings ist das viele Jahre her. Mir war bis dato nicht bekannt, dass der Film (und der Roman von Humphrey Cobb) auf einem wahren Fall beruht. Das Kubrick diesen Film mit 29 Jahren gedreht hat ist bemerkenswert. Es ist einer seiner besten Filme mit überragenden Darstellern, einer fesselnden Geschichte und einer eindrücklichen Antikriegshaltung. Die Wege des Ruhms führen nur ins Grab, wie es in dem Gedicht heißt, aus dem sich der Titel ableitet (The paths of glory lead but to the grave).

023 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Warum ist es eigentlich so schwer, diesen Film heutzutage auf DVD oder Bluray zu kaufen? Der Film ist (wie ich interessanterweise bei Wikipedia erfahren habe) in die Liste der besonders erhaltenswerte Filme der US-amerikanischen Library of Congress aufgenommen worden, wäre doch schon, wenn man ihn irgendwo sehen könnte.

 


 

19. Februar – Lektionen in Finsternis (1992)

Die Zerstörungen und das Leid des Golfkrieges werden in Herzogs „Lektionen in Finsternis“ gezeigt. Die Ruinen und verheerten Landschaften könnten auch aus „Dune“ stammen, so fremd sehen sie aus. Ein Meer aus Öl breitete sich aus und erinnert an eine Seenlandschaft. Ein trügerischer Anblick. Herzog beschreibt:

„Dies war einmal ein Wald, er ist jetzt von Öl überzogen. Alles was wie Wasser aussieht ist in Wirklichkeit Öl. Überall im Land haben sich Teiche und Seen ausgebreitet. Das Öl ist tückisch, weil es den Himmel wiederspiegelt. Das Öl versucht wie Wasser auszusehen. Auch dieser See hier, wie alles andere, ist schwarzes Öl.“

Das sind starke Momente. Die zerstörerische Gewalt der brennenden Ölquellen ist eindrucksvoll eingefangen und wird nur von der schrecklichen Gewalt der Menschen übertroffen. Der mühsame Versuch das Inferno zu löschen ist ein gewaltiger Kraftakt, das Feuer scheint alles zu verschlingen. Doch es gelingt, dem Feuer entgegenzutreten und die schwarzen Rauchwolken verwehen.

Werner Herzogs Dokumentationen faszinieren mich schon lange. Herzog hat oft einen anderen Blick auf die Welt und kann das ausgezeichnet in seinen Dokumentationen einfangen. Es ist allerdings schwer darüber eine kurze Rezension zu schreiben, weil natürlich die Bilder nur unzureichend in Worte zu fassen sind. Herzogs Erzählung ist interessant, denn er beschreibt seine Beobachtungen so, als würden wir einen fremden Planeten sehen und die Wesen, die darauf leben. Beim Ausmaß dieser Katastrophe und der Kriegsgewalt eine nachvollziehbare Sichtweise. Betroffen blickt man auf diese rauchumwölkten, ölkochenden Landschaften, nur um dann festzustellen: Das ist kein fremder Planet und es sind auch keine fremden Wesen, es sind Menschen und sie können Krieg und Zerstörung bringen.

024 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Auch dieser Film hat nur eine Laufzeit von 50 Minuten. Er ist Teil meiner Liste, aber die Kürze behalte ich in Erinnerung.

 


 

19. Februar – The White Diamond (2004)

Ein Dokumentarfilm über Schuld, Forschungsehrgeiz und dem Wunsch vom Fliegen. Herzog und sein Team begleitet den britischen Aeronautik-Ingenieur Graham Dorrington nach Guyana, wo Dorrington mit einem zwei Personen Luftschiff die Baumwipfelwelt erforschen will. Vor vielen Jahren starb der Tierfilmer Götz Dieter Plage durch einen Unfall in einem von Dorringtons Luftschiffen und der Ingenieur quält sich bis heute mit dieser Schuld. Zugleich ist er aber auch getrieben von seinem Ehrgeiz endlich seine verbesserte Luftschiffkonstruktion zum Einsatz zu bringen und geht dabei Risiken ein.

Die Doku bietet beeindruckende Filmaufnahmen von den Kaieteur-Fällen und dem dichten Regenwald. Hinter den Wasserfällen leben zahllose Mauersegler, die wie die mächtigen Wasserfälle zu tausenden stürzen und in den schwarzen Höhlen verschwinden. Dort soll sich, wie in Legenden beschrieben wird, das Königreich der Mauersegler befinden. Eine kleine Nebengeschichte (und nicht die einzige!) innerhalb dieser Dokumentation.

Das Unterfangen, das Luftschiff sicher in die Luft zu bringen ist problembeladen. Es ist eine merkwürdig angespannte Stimmung unter dem Team und eine Schwere, die man hier hautnah miterlebt. Doch schließlich gelingt es die Schwere loszulassen und dann hebt sich der Weiße Diamant über die Baumkronen und der Wunsch vom Fliegen wird erfüllt.

025 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

21. Februar – Karate Tiger (1986)

Die 1980er waren eine harte Zeit, gerade für Kampfsportler. Wer hätte ahnen können, das im sonnigen L.A. die New Yorker Mafia neuerdings ein gesteigertes Interesse an Dojos (bitte wie das Wort „Jojo“ aussprechen!) hat? Sie drängen Tom Stillwell – einen verdammt guten Karate-Trainer – zum Verkauf, doch der weigert sich, wird unter Druck gesetzt und muss die Stadt verlassen und nach Seattle ziehen. Stillwell gibt danach (gebrochen ist nicht nur sein Bein, sondern auch sein Kampfeswillen … welch Tragödie!) das Kämpfen auf, aber sein Sohn Jason bleibt dabei. Als Fan von Bruce Lee (und nach einem Besuch an Bruce Lees Grab) hält er Kämpfen für ne ganz coole Angelegenheit, aber bislang hapert es noch am Training. Im örtlichen Dojo (denkt dran „Jojo“) bekommt Jason zunächst mal ordentlich einen eingeschenkt. Daraufhin macht er so ein bisschen an seinem Holzapparat rum und versucht besser zu werden mit den Fäusten und auch mit dem Finger. Aber richtig gut wird das Training erst, als der Geist von Bruce auftaucht und Jason den besten Ratschlag aller Zeit gibt:

„Weißt du wieso dich meine Schläge treffen? Du führst mit der Schulter und wenn sich deine Schulter bewegt, dann sehe ich das. Du wirst schnell und direkt nur mit … CHI. Das Resultat ist Power.“

Mit diesem Chi ausgestattet, ist Jason unaufhaltbar. Als die Mafia nun auch in Seattle den Dojo übernehmen will (denkt an die Aussprache), kann Jason endlich die alte Rechnung begleichen. Mit CHI kann selbst Jean-Claude van Damme nicht mithalten und Jason tritt ihn voll aus dem Bild. Happy End.

„Karate Tiger“ ist wirr, aber weil er von Roger Corman produziert wurde, ergibt er durchaus Sinn. Aber es ist etwas kompliziert alles zusammenzufassen. Darum habe ich eine andere Idee und biete eine William-S.-Burroughs-Cut-Up-Ergänzung an. Während der obigen Zusammenfassung passiert noch einiges mehr, was man in beliebiger Reihenfolge gedanklich einfügen kann:

– Jason schließt Freundschaft mit R.J. – einem coolen Breakdancer und BMX-Radfahrer.
– Tom Stillwell wird von Leuten in seiner (?) Bar vermöbelt, die sich über Karate lustig machen.
– Der dicke Nachbar-Teenager Scott macht sich über R.J. und Jason lustig.
– Jason und sein Dad streiten sich wegen Kämpfen.
– Jason liebt Kelly.
– Scott kauft seinen Freunden echt gute Hamburger!
– Jasons Dad zerreißt das Bruce Lee Poster seines Sohnes!
– Trainingsmontage!
– Kellys Bruder gehört der Dojo (*zwinker zwinker*) in Seattle und er will nicht an die Mafia verkaufen.
– Dean ist Nr. 2 im Seattle-Dojo und findet Kelly scharf, aber sie hält ihn für einen aufgeblasenen Trottel.
– Jason und R.J. finden ein altes Haus, in dem Jason trainieren kann.
– Scott sagt Dean, dass Jason Seattle Karate für schwächer als L.A. Karate hält.
– Dean meint er könnte Jason auf Kellys Geburtstag mal so richtig schön in die Fresse reinhauen, aber Jason lässt das nicht mit sich machen. Jason haut dem selber mal eine rein. Ja, das macht er, er haut dem selber eine rein und dann haut er Scott auch eine rein und seinen Freunden auch.
– Mehr Trainingsmontage!
– Kelly findet Kämpfen ist nicht so eine coole Sache.
– Die Mafia ist auch noch da und ändert die Kampfregeln im Turnier um den Dojo.
– Bruce Lees Arbeit ist hier getan und er verschwindet wieder.
– R.J. tanzt.
– Eine Trainingsmontage geht noch!
– Jason und Kelly kommen wieder zusammen.
– Jason und sein Dad kommen wieder zusammen.

BÄM! Das Resultat ist Power!

Für die Bewertung gilt: Der offiziellen Bewertung werden weitere B-Punkte (0,5 – 3) hinzugerechnet. Insgesamt kommt „Karate Tiger“ so auf 2 Stern + 1,75 B-Punkt (80er Jahre + Synchro + Bruce Lee Geist, der nicht wie Bruce Lee aussieht je 0,5 Sterne + 0,25 Sterne für die Aussprache des Wortes „Dojo“) = 3,75 Stern.

026 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Es gibt ein gigantisches Rabbit Hole oder sollte ich sagen Tiger Hole: Deutsche Filmtitel für die Karate-Tiger-Reihen. Ich zitiere mal Wikipedia:
„Seit Kickboxer und Kickboxer 3 – The Art of War auch auf Deutsch in die Kickboxer-Reihe integriert wurden, gelten No Retreat, No Surrender 3 und Fighting Spirit (1992) als die Teile 3 und 6 der Karate Tiger-Reihe (Karate Tiger 3: Blood Brothers, Karate Tiger 6 – Fighting Spirit).“
Alles klar?!
Mehr dazu hier: de.wikipedia.org/wiki/Karate_Tiger#Fortsetzungen

 


 

22. Februar – Stanley Kubrick’s Boxes (2008)

Dokumentarfilmer Jon Ronson gibt uns einen Blick in Kubricks Archiv, das an das Lagerhaus von Indiana Jones erinnert. Unmengen an Schachteln und Boxen, in denen Arbeitsmaterialien, Fotos, Notizen und Fan-Briefe zu finden sind.

Kubrick kaufte wahnsinng gern Schreibmaterialien ein, eine Leidenschaft die ich verstehen kann! Und er ließ die perfekten Boxen für sein Archiv herstellen: Boxen mit einem losen, aber nicht zu lockeren Deckel.

Kurzweilige Dokumentation mit einem Einblick in die Arbeitsweise von Kubrick.

027 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Kurze Laufzeit von 50 Minuten. Er ist Teil meiner Liste, aber die Kürze behalte ich in Erinnerung.

 


 

23. Februar – 13 Geister (2001)

„13 Geister“ ist einer dieser CGI-Horrorfilme aus den späten 90ern und den frühen 00ern, wie „Das Geisterschloss“ oder „Haunted Hill“. Alle diese Filme sind Remakes aus klassischen Horrorfilmen der 60er Jahre. „13 Geister“ (das Original stammt von William Castle, genauso wie auch „The House on Haunted Hill“) hat ganz ansprechende Aspekte und einen ganzen Haufen Probleme. Insgesamt gibt es 13 erwähnenswerte Punkte:

1. Das Haus – Das Setting ist tatsächlich interessant, recht seltsam und reich an Objekten. Ich hätte gern mehr von dem Haus gesehen und auch von den Sammlerobjekten.
2. Die Geister – 13 ganz verschiedene Geister sind abwechslungsreich, aber man erfährt auf Wikipedia mehr über die Geister als in dem Film.
3. Die Schnitte – Die zahllosen schnellen, unnötigen Schnitte erinnern an Liam Neeson, der einen Drahtzaun erklimmt. Das ist oft unerträglich und trägt nicht zur Atmosphäre oder meiner Guckfreude bei.
4. Cast – Tony Shalhoub sehe ich gern, F. Murray Abraham ebenfalls, Shannon Elizabeth ist da und dann weg, Rah Digga droppt ein paar Gags und Embeth Davidtz spielt ein doppeltes Spiel, das etwas undurchschaubar war (siehe Punkt 6).
5. Kopfschmerzen – Matthew Lillard hat ein bisschen zu oft Kopfschmerzen und Flashbacks. Das ist im ersten Moment interessant und später dann wahnsinnig anstrengend.
6. Charaktere – Es wäre ganz schön, wenn die Figuren etwas mehr Motivation hätten oder wenn sie wie dreidimensionale Menschen erscheinen würden. Der Film geht keine 90 Minuten und man dachte sich wohl, man könnte viel Zeit sparen, indem man die Figuren nicht gut ausarbeitet. Diese Strategie ist gelungen. Oftmals liest man den Satz in solchen Filmen: Das Haus ist die Hauptfigur des Films. Stimmt. Aber sollte es einem nicht zu denken geben, wenn eine leblose Immobilie besser ausgearbeitet ist als die menschlichen Figuren?
7. Das Drehbuch – Die Motivation der Figuren scheint es nicht in den Film geschafft zu haben. Das Verschwinden von Arthur Kriticos Kindern wird so nebenher erzählt (und sie tauchen auch so nebenbei wieder auf), dass man sie stellenweise einfach vergisst. Der Verrat von Kalina Oretzia und ihre Beziehung zu Cyrus ist mir ein völliges Rätsel.
8. Das Auge zur Hölle – Irgendwie erinnert mich das alles an Event Horizon …
9. Gruselig – Der Film ist ein Horrorfilm, aber sonderlich gruselig ist er nicht. Es gibt mehr Actionszenen und ein paar Splatterszenen (man denke nur an die Zerteilung des Anwalts).
10. Steve Beck – Der Regisseur hat auch Ghost Ship gemacht und ja, wenn man das weiß, passt das gut zusammen. Ghost Ship hat eine ähnliche Machart
11. Das CGI – Ein hoch auf praktische Tricks (die findet man hier eher selten – nur das Haus ist gut designt)! CGI aus dieser Zeit altert nicht gut und die Maschine des Hauses sieht einfach nicht gut aus.
12. Die Brillen – Sie sind eine Reminiszenz an „Illusion-O“. William Castle ließ diese Rot-Blau-Folienbrillen an Kinobesucher verteilen, damit sie mit der Rotfolie, die Geister genauer sehen konnten oder mit der Blaufolie, die Geister völlig ausblenden konnten.
13. Kult – Der Film hat inzwischen einen Kultstatus (habe ich gelesen). Ich kann verstehen, dass man „13 Geister“ mögen möchte, aber für mich springt der Funke nicht über. Er (Entschuldigung!) begeistert mich nicht.

029 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
Ich dachte ich hätte den Film schonmal gesehen, ich konnte mich an absolut nichts erinnern.

 


 

23. Februar – Popatopolus (2009)

Eine Dokumentation von Clay Westervelt über Jim Wynorski, der einen Film in drei Tagen dreht! Ich wiederhole: Drei Tage.

Ja natürlich ist „The Witches of Breastwick“ (den ich nicht gesehen habe, insofern bleibt das eine Spekulation meinerseits) nicht „Citizen Kane“ oder „Shining“, aber drei Tage ist einfach unglaublich. Der Druck, der auf Cast und Crew lastet, wird überdeutlich in der Dokumentation und zeigt viele unangenehme Seiten. Aber als Zeugnis davon, wie es hinter den Kulissen eines B-Movies zugeht ist das sehenswert. Dazu bekommen Interviews mit Roger Corman, Julie Strain, Lloyd Kaufman, Julie K. Smith und Andy Sidaris über das B-Genre und die Arbeiten von Wynorski.

Natürlich ist Wynorski kein Corman im Auftreten und das sehen wir in dieser Dokumentation ausführlich. Ich bin überrascht, dass er mit der Veröffentlichung einverstanden war. Wir sehen hier also seine ungefilterte Arbeit. Aus den Interviews heraus lässt sich schließen, dass der Filmdreh stets das Schlechteste aus einem Regisseur herausholt und ihn zu einem unausstehlichen Diktator macht. Außerhalb des Drehs soll es deutlich anders sein.

Bemerkenswerte Szenen hat die Dokumentation viele: Von der schmerzhaften „tow truck“-Szene mit Julie K. Smith (warum da das Drehbuch nicht geändert wurde, ist ein Rätsel), hin zu Stormy Daniels erstem Filmdreh, über einen Dreh ohne Genehmigung im Nationalpark („Schnell, die Kameras weg!“) und schließlich natürlich Wynorskis Mutter, die keinen Film ihres Sohnes sehen darf, aber mal einen Filmauftritt am Telefon hatte (und auch zwanzigmal den Text wiederholen musste, weil er nicht gut genug war).

Ein letzter, deutlich ernsterer Gedanke zu B-Movies: Diese Dokumentation zeigt die Krise der B-Filme. Die Kategorie verschwindet zunehmend. Die Doku ist von 2009 und ich würde sagen das Verschwinden ist inzwischen abgeschlossen. Es gibt nur noch millionenschwere A-Filme und die C-Filme, wie „Witches of Breastwick“. Wynorski hat im B-Bereich gestartet (beispielsweise mit „Chopping Mall“), aber da dieser Bereich verschwunden ist, bleiben nur noch die C-Filme übrig. Und da diese Filme gar nichts mehr kosten dürfen, müssen sie in drei Tagen gedreht werden.

030 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

 


 

25. Februar – Nummer 23 (2007)

„Nummer 23“ ist kein guter Film (das wusste ich noch), aber … die DVD hat 1€ im Kaufhaus der Diakonie gekostet. Da musste ich einfach zuschlagen.

Der Film Joel Schumacher besitzt zwei Erzählstränge. Jim Carrey spielt den Hundefänger Walter Sparrow und verliert sich in dem Buch „The Number 23“, das ihm seine Frau Agatha (Virginia Madsen) zum Geburtstag kauft. Die Romanszenen werden von auch von Carrey und Madsen gespielt, die dann in die Romanfiguren schlüpfen, wie den hardboiled Detective Fingerling und die Femme Fatale Fabrizia. In dem Roman ist die Zahl 23 zentral und wird zu Obsession von Fingerling. Sparrow beginnt diese Obsession zu übernehmen und gleitet langsam aus seiner heilen Familienwelt in eine okkulte Welt und findet schließlich heraus, warum er sich so gut mit der Figur des Detectives identifizieren kann.

Der Film leidet daran, dass er der Obsession und dem Abgleiten in den Wahnsinn Sinnhaftigkeit geben will. Die Konstruktion rund um den Killer, der ein Buch schreibt, dass er selbst findet und liest, um sich dann auf die Suche nach sich selbst und seinem Verbrechen zu machen ist arg konstruiert (damit kann ich leben) und auch noch langweilig (das ist eher das Problem). Ein Abgleiten in den Wahnsinn, wie bei „Die Mächte des Wahnsinns“ wäre hier wünschenswerter.

Je weiter der Film geht, desto mehr Ungereimtheiten treten zutage. Was ist mit der Kiste persönlicher Sachen von Sparrow im Keller? Was ist mit dem Hund? Warum haben Agatha und ihr Freund Isaac (Danny Houston) die Leiche versteckt? Wem begegnet Agatha in der heruntergekommenen Psychiatrischen Anstalt, wo Sparrow behandelt wurde? Ist das Ende im Gefängnis befriedigend? Sollte Sparrow nicht doch vom Bus überfahren werden? Ach, aber wenn man dann weiter darüber nachdenkt, ist das alles auch nicht so wichtig.
Der Film wird gegen Mitte recht ermüdend und vermochte es nicht mich weiter zu fesseln. Dabei finde ich das Thema „Ein Buch, das mich verrückt macht“ (man beachte das schöne Wort verrückt, das einen etwas zur Seite schiebt, gerade so weit, dass man das Okkulte sieht) spannend. Man denke nur an „Der König in Gelb“ oder das „Necronomicon“ von H.P. Lovecraft. Und auch die Sets sind stellenweise sehr schön anzusehen. Der Buchladen mit den vollen Regalen ist sehr hübsch, das Graffiti von der Frau im roten Kleid ist clever, das runtergekommene Hotelzimmer erinnert an Barton Finks Unterkunft und die Wohnung der „Selbstmord-Blondine“ mit all den Zetteln an der Wand ist auch gut inszeniert.
Stört mich Jim Carrey in der Rolle? Nicht wirklich, ich sehe Carrey gern in ernsten Rollen („Vergiss mein nicht“ z.B.) und ich fand sein Spiel in Ordnung (es gab allerdings eine Nominierung für die Goldene Himbeere), das gilt auch für Virginia Madsen und Logan Lerman, der den Sohn spielt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass der Film weder gruslig noch sonderlich spannend ist. Der Start ist gut, aber dann fällt die Kurve leider ab.

Was dem Film exzellent gelingt (und so ging es auch dem Cast beim Dreh), ist die Fixierung auf die 23. Man sucht kontinuierlich nach der Zahl, die manchmal offen und manchmal versteckter zu finden ist. Das ist tatsächlich gut gemacht und identifiziert einen mit Sparrow, der ebenfalls obsessiv nach der 23 sucht.

„Nummer 23“ ist kein guter Film, aber … er ist auch nicht so schlecht wie er seinerzeit beurteilt wurde. Das ist mittelmäßiger Mystery.

031 von 150 Filmen für das Jahr 2025.

PS
4 + 6 + 9 = 19 -> Sorry, keine 23!

PPS
Diesen Film habe ich schonmal gesehen und ich konnte mich an wenig erinnern. Die ganze Fingerling-Story war mir völlig neu, obwohl es doch darum geht!

Der Beitrag 150 Filme in 2025 – Der Februar erschien zuerst auf Irgendwas mit Dungeons.

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